Stiere und Shopping…

… unser Weg führte uns nach Pamplona. Ca. 5 km vor dem Stadtzentrum haben wir auf dem Camping „Ezcaba“ für 23 EUR/Nacht inkl. Strom eingecheckt (spätestens an den Campingplatzpreisen merkt man wieder, dass man nicht mehr in Portugal ist).

Von hier aus ging es mit dem Roller ins junge Stadtzentrum (Pamplona hat mehrere Universitäten), wo wir uns auf die Suche nach der „Stierroute“ begeben haben. Im Grunde auch der Hauptgrund unserer „Reise“ nach Pamplona.

Steht man auf der Route, beschleicht einen schon ein mulmiges Gefühl, dass hier einmal im Jahr die Stiere zur Arena durchgetrieben werden. Wir möchten in dieser Zeit zu mindest nicht in einer dieser Gassen stehen… und „verstehen“ warum der ein oder andere sich Mut antrinken muss…

Von Pamplona führte uns der Weg Richtung Süden, in die wüstenartige Landschaft „Bardenas Reales“. Eine kleine Teerstraße führt ca. 10 km in den Park, von dort gehen dann unendliche viele Kilometer Piste in diese faszinierende Landschaft. Zeitweise haben wir uns an Marokko erinnert gefühlt.

Nach diesem Ausflug steuerten wir unser Tagesziel an: Andorra.

Auf dem Weg dorthin haben wir auf einem Camping am schönen Lago de Baraslona halt gemacht (22EUR/Nacht inkl. Strom).

Am nächsten Tag ging es dann weiter nach Andorra.

Nach einem ersten Versuch einfach quer über die Berge zu fahren (über super schmale Sträßchen und steile und enge Serpentinen), sind wir nach 15km wieder umgekehrt und haben uns für die längere aber bequemere große Nationalstraße nach Andorra entschieden.

(auf demWeg, langsam fängt alles an zu Blühen)

Auf dem Campingplatz „Valira“ direkt am Stadtzentrum der Hauptstadt Andorra la Vella haben wir ein nettes Plätzchen für 23EUR inkl. Strom und freiem WiFi gefunden.

(Blick Ausfahrt vom Campingplatz)

Die Stadt selbst ist anders als erwartet. Im Grunde ist sie eine einzige nicht besonders hübsche, endlose Shoppingmeile. Es scheint nur zwei Gründe zu geben hier her zu kommen. Skifahren und Einkaufen. Wir haben allen Versuchungen widerstanden, denn tatsächlich brauchen wir weder eine neue Uhr noch ein iPhone oder sonst was und sind am Abend in eine der größten Thermen der europäischen Bergwelt gegangen.

Draußen im 34Grad warmen Wasser sitzend auf die Berge schauen ist bei weitem spannender, als das 99ste Elektronikspielzeug zu kaufen.

(Hier ein etwas schöneres der Stadt. Wir erspaaren uns und euch Bilder vom Shopping Teil. Einfach eine nicht enden wollende häßliche Einkaufsstraße(n) vorstellen die in einem eigentlich schönen Tal liegt 🙂  )

Heute morgen zeigt das Thermometer gegen 8 Uhr keine 2 Grad.

Wir haben gesehen was wir sehen wollten und was wir nicht sehen wollten J.

Es geht weiter in wärmere Gefilde. Langsam aber sicher in Richtung Küste,  Empuriabrava und das Kite Event rufen. Am 02. April geht`s los…

Zwergstaat…

… nachdem wir uns gestern im Süden des Navarra Gebietes eine faszinierende wüstenähnliche Landschaft angeschaut haben (Bardenas Reales) ging es weiter Richtung Nord-Osten in die Berge, in die Nähe von Graus.

Hier haben wir übernachtet und fahren gleich weiter in den Zwergstaat Andorra, sofern der angesagte Schnee uns keinen Strich durch die Rechnung macht.

Alle Infos und Fotos zum gestrigen Tage folgen, wie immer, sobald wir wieder einen schnellen Internetzugang gefunden haben.

Ein Hospital auf hoher See und kostenloser Wein

Hier wie versprochen noch ein paar Impressionen aus Nordspanien.

Bevor wir über die Grenze fuhren, ging es noch in das portugiesische Viana do Castelo. Wir hatten uns ein Hospitalschiff, die „Gil Eannes“, ausgeguckt die wirklich beeindruckend war. Seit 1955 im Einsatz auf hoher See, wurde es 1997 zum Museum umfunktioniert. Von der Küche bis zum OP-Saal ist noch alles originalgetreu erhalten. Etwas beklemmend aber ziemlich interessant…

Spanien war dann schnell erreicht, Santiago de Compostella auch. Offenbar hat es nicht sein sollen, denn nach 3 Runden durch die Stadt haben wir nicht ansatzweise einen Parkplatz gefunden.

das Stadtschild bleibt das einzige Bild… 😦

Also ging es weiter an die Küste. Zunächst in die Fjord-Landschaft Galiziens, sehr schönes Panorama dort. Und traumhafte Strände (wie z.B. Playa Boco do Rio vor O Viso).

Ein geeigneter Übernachtungsplatz wollte sich jedoch nicht so recht finden, und die Campings sind hier doch tatsächlich noch alle geschlossen um diese Zeit. Also wählen wir einen „Ausweichplatz“ in Ferrol am Hafen.

Am nächsten Tag wartete die Costa Verde auf uns. Wer die komplette Küste fährt, rollt mal eben durch drei Provinzen (Galizien, Asturien, Kantabrien). Neben ein paar schönen Stränden (z.B. Playa de Sao Pedro), die jedoch wie wir finden insgesamt nicht mit den portugiesischen mithalten können, haben wir uns noch zwei sehenswerte Städtchen angeschaut, Llanes und Santillana del Mar. Letzterer war dann auch unser Nachtquartier. Llanes erinnert an ein Bergdorf in der Schweiz, hübsch, aber schon komisch sowas hier am Meer zu finden. Insgesamt ist die Landschaft extrem bergig, in der Verbindung mit der Architektur kommen Schweiz- und Sauerland-Assoziationen auf. Santillana del Mar gleicht einem Freiluftmuseum, das mittelalterliche Dorf steht komplett unter Denkmalschutz. Natürlich kaufen wir eine Flasche des für die Region bekannten Apfelweins, Sidra.

Weg von der Küste, hin zum Wein, hieß es dann gestern. Rioja und Navarra warten auf einen Besuch. Zugleich fahren wir damit einen Teil des „klassischen“ Pilgerwegs. Warum immer laufen, wenn man auch fahren kann? 😉 Mit dem Straßenschild Rioja beginnen die Weinberge (die jetzt natürlich noch alle kahl sind). Haro, das nette Weinstädtchen, wie unser Führer schreibt, ist größer als gedacht. Eine Bodega reiht sich an die nächste. In der Altstadt findet man unzählige Weinbars, die heut am Sonntag rappel voll sind. Wir wollen noch weiter. Überall sieht man Pilger, entweder allein oder in Gruppen. Hut ab! Navarra bietet dann noch mehr Weinberge, und deutlich schönere Städtchen als Rioja.

Unser Highlight aber: das Kloster Irache, dessen angeschlossene Bodega doch tatsächlich (für die Pilger) einen Weinbrunnen installiert hat. Ja, ihr habt richtig gehört, hier fließt Wein. KOSTENLOS! Leider gibt es eine Webcam so dass wir statt den geplanten 10 Kanistern nur die Gläser voll machen… 🙂

Stand der Dinge…

So, nachdem wir die West-Küste (Galizien) hinter uns gelassen haben, und auch die Costa Verde bestaunt haben, stehen wir nun in Santillana del Mar. Ein mittelalterliches Städtchen durch und durch.

Wenn wir wieder schnelles Internet haben, gibts mehr Infos und Bilder.

Ach ja, morgens geht’s auf  „Sauftour“… 😉 Wir fahren in die Provinz Rioja und dann ins Navarra. Prost…

Nachruf Portugal

Und schon sind wir wieder raus aus Portugal.

Schnief.

Ungefähr 6 Wochen waren wir zu Gast, in unserem neuen Lieblingsland. Und sind letztlich vollends überzeugt, dass Portugal wirklich was kann. Wunderschöne unverbaute Landschaften, inklusive toller Strände. Hilfsbereite, zuvorkommende und einfach nette Menschen. Kurze Distanzen (gerade für Womoreisen super!).  Traumhafte Möglichkeiten zum Freistehen. Kurzum, alles was man sich von einem Reiseland wünschen kann!

Liebe Portugiesen, ihr habt uns überzeugt! Wir kommen wieder…

Größter Markt und älteste Buchhandlung…

… wieder einmal ein Tag der Superlative.

Heute morgen um 9 Uhr ging es auf den Wochenmarkt in Barcelos, der angeblich Größte in Europa.

Das kann man sehr wohl glauben, wenn man inmitten des Platzes steht und überall nur Verkaufsstände sieht. Hier kriegt man wirklich alles, von Lebensmitteln, über Kleidung und sonstigen Textilien bis hin zu lustigen Dingen wie seltsamen Schuhen, Schnitzereien, Satteln, allerlei aus Blech und Eisen (keine Ahnung wofür das alles sein soll) – und natürlich zig Stände die den berühmten rot-schwarzen Hahn verkaufen.

Kleine Kurzgeschichte zum Hahn gefällig?

Die Legende besagt, dass im 14. Jahrhundert ein unschuldiger Mann aus Galizien gehängt werden sollte. In seiner Verzweiflung rief er den gerade speisenden Richtern zu: „Dieses gebratene Huhn wird krähen wenn ich die Wahrheit sage!“. Klar, der Hahn krähte, und seitdem ist der Hahn das Kultsymbol für Portugal.

(Natürlich haben wir auch einen gekauft! Eigentlich gleich zwei 😉 )

Von Barcelos ging es nun nach Porto, die heimliche Hauptstadt des Landes.

Neben Lissabon die einzige Großstadt Portugals. Trotz seiner 400.000 Einwohner eine wirklich schöne Stadt, wenn auch auffällig ist, dass die Häuser und Bauten insgesamt verfallener und maroder sind als in Lissabon. Aber auch oder gerade das hat hier seinen Charme.

Die Gassen sind wirklich einmalig, schmal, dunkel, grau, kaputte Fenster und Türen, abbröckelnde Fassaden.

Statt Kirchen und Klöstern haben wir uns heut die älteste Buchhandlung Portos ausgeguckt, Lello & Irmao. Ein wunderschöner kleiner Laden mit einer enorm großen, geschwungenen Holztreppe. Keine Ahnung wie viele Leute nur kommen um die Inneneinrichtung zu bestaunen, zu mindest waren wir nicht alleine dort, mit Fotoapparat bewaffnet 🙂

Ja, Porto kann was. Neben Lissabon eine wirklich sehenswerte Stadt. Durch die alten, teilweise verfallenen Fassaden und die malerische Lage am Douro vielleicht sogar etwas reizvoller anzuschauen…

(Praca da Ribeira)



(Lello & Irmao)


Man sagt: in Porto wird das Geld verdient, in Lissabon wird es ausgegeben. Da könnte was dran sein…

Die letzten Tage in Portugal…

… sind gekommen.

Heute waren wir in Porto. Und sind es noch immer.

Isa schreibt gerade ein paar Zeilen und sucht das ein oder andere Bild heraus. Bericht folgt also gleich :).

Morgen geht es dann an die nördliche Spitze Portugals und, je nach dem, über die Grenze nach Nord-Spanien. Hier wollen wir noch die letzten „fehlenden“ Meter Küstenlinie (und etwas Umland) erkunden und dann um 2. April wieder in Empuriabrava (Bucht von Roses) zu sein.

Hier findet, wie jedes Jahr, ein Kitesurf-Testival statt (eine Wortwichserei aus Festival und Test) was wir  nutzen wollen, nicht nur um mal neues Material zu testen, sondern vor allem endlich mal ein paar Tage auf`s Wasser zu kommen, zu relaxen und mit Gleichgesinnten Spass zu haben.

Aber jetzt habe ich schon viel zu weit vorgegriffen… gleich kommt erst mal Porto 😉

Die Grillfrage…

… ist geklärt 🙂

Nach einigen guten Tipps und kurzer Überlegung haben wir uns eben, quasi blind, für den Weber Grill Go_Anywhere entschieden und somit gegen den ebenfalls in der engsten Auswahl befindlichen Smokey Joe, auch von Weber.

Grund für den Go_Anywhere waren die etwas praktischeren Maße, wenngleich die gute alte Rechteckform nicht mit dem Kugelgrill-Leistung, wie der Joe einer ist, mithalten kann.

Go_Anywhere

Smokey Joe

Und da wir das Gasgrillthema auch noch nicht vom Tische bekommen haben, wurde auch gleich der Bestellknopf für den guten, alten Koffergrill Cramer Classic 1 gedrückt, den wir im Netz für günstige 100 Euro gefunden haben. Da musste man einfach zuschlagen.

Cramer Classic 1

Zu dumm nur, dass wir alles erst im Mai einladen können, wenn wir durch Deutschland ziehen. Bis dahin muss unser 2,59 EUR Supermarkt-Ersatz-Holzkohlegrill noch durchhalten… 🙂

Man, man, man… das sind  Sorgen… 😉

Reisen ist anstrengend…

… „jetzt sind sie total bekloppt“. Das dürfte der ein oder andere Leser, der selbst nie länger auf Reisen war jetzt wohl denken.

„Ich bin um 7:00 Uhr aufgestanden, habe mich durch den täglichen Verkehr gekämpft, sitze jetzt in meinem Büro, der Chef nervt und das Wetter ist auch mal wieder grau in grau. Und jetzt schreiben die beiden auch noch: Reisen ist anstrengend. Wir können gerne tauschen….“

Naja, so anstrengend ist es auch wieder nicht 😉

Aber im Ernst:

Wir haben im Vorfeld der Reise mit einigen gesprochen die länger, also gut ein Jahr auf Reisen waren. Uni sono ist zu hören, dass Reisen anstrengend ist, mehr noch, dass irgendwann eine gewisse Reisemüdigkeit eintritt.

Nun, letzteres ist bei uns noch nicht der Fall. Wenn gleich es schon Veränderungen gibt.

Die vielen Eindrücke die man in sehr kurzer Zeit sammelt brauchen eine gewisse Verarbeitungszeit. Wenn man sich diese Verarbeitungszeiten nicht gönnt, dann kann das Reisen durchaus derart anstrengend sein, dass man am Abend nur noch völlig kaputt ins Bett fällt.

Wir versuchen diesem immer wieder entgegen zu wirken, in dem wir uns hin und wieder Auszeiten nehmen. Länger an einem Ort bleiben und somit keine neuen Eindrücke sammeln bis die vorherigen verarbeitet wurden, zu mindest ein bisschen. Das klappt natürlich nicht immer, denn viele Eindrücke brauchen auch viel Zeit. Aber sooooo viel Zeit haben wir dann auch wieder nicht, schließlich gibt es noch viel zu sehen ;).

Zudem verfolgen wir seit Kurzem bei der Zielauswahl die Weisheit „Weniger ist Mehr“.

Denn nach dem dritten oder vierten weißen Dorf, oder der vierten oder fünften Burg erscheinen auch uns die Dinge in vielen Fällen doch gleich, zu mindest aber sehr ähnlich. In Gewisserweise ist etwas dran an „Hast du eine hast du alle gesehen“.

Von daher rücken bei der Zielauswahl immer mehr „außergewöhnliche“ Dinge in den Fokus, wie beispielsweise die Knochen-Kapelle, oder der heutige größte Markt Europas, anstelle der hiesigen geschichtsträchtigen Monumente.

Das klappt natürlich nicht immer, denn es gibt einfach Sehenswürdigkeiten die man gesehen haben muss, aber eben nicht alle 😉

Zum Thema Eindrücke fällt noch etwas auf:

Die Eindrücke, die uns bisher am stärksten beschäftigt haben sind die mit Menschen, mit denen wie gesprochen haben, die wir kennen gelernt haben, mit denen wir Zeit verbracht haben. Und diese Begegnungen haben sogar noch einen positiven Nebeneffekt: die Reiseanstrengungen der voran gegangenen Tage verfliegen schlagartig…

Aber keine Sorge, bei all der Anstrengung brauchen wir euer Mitleid nicht 🙂