Ein Hospital auf hoher See und kostenloser Wein

Hier wie versprochen noch ein paar Impressionen aus Nordspanien.

Bevor wir über die Grenze fuhren, ging es noch in das portugiesische Viana do Castelo. Wir hatten uns ein Hospitalschiff, die „Gil Eannes“, ausgeguckt die wirklich beeindruckend war. Seit 1955 im Einsatz auf hoher See, wurde es 1997 zum Museum umfunktioniert. Von der Küche bis zum OP-Saal ist noch alles originalgetreu erhalten. Etwas beklemmend aber ziemlich interessant…

Spanien war dann schnell erreicht, Santiago de Compostella auch. Offenbar hat es nicht sein sollen, denn nach 3 Runden durch die Stadt haben wir nicht ansatzweise einen Parkplatz gefunden.

das Stadtschild bleibt das einzige Bild… 😦

Also ging es weiter an die Küste. Zunächst in die Fjord-Landschaft Galiziens, sehr schönes Panorama dort. Und traumhafte Strände (wie z.B. Playa Boco do Rio vor O Viso).

Ein geeigneter Übernachtungsplatz wollte sich jedoch nicht so recht finden, und die Campings sind hier doch tatsächlich noch alle geschlossen um diese Zeit. Also wählen wir einen „Ausweichplatz“ in Ferrol am Hafen.

Am nächsten Tag wartete die Costa Verde auf uns. Wer die komplette Küste fährt, rollt mal eben durch drei Provinzen (Galizien, Asturien, Kantabrien). Neben ein paar schönen Stränden (z.B. Playa de Sao Pedro), die jedoch wie wir finden insgesamt nicht mit den portugiesischen mithalten können, haben wir uns noch zwei sehenswerte Städtchen angeschaut, Llanes und Santillana del Mar. Letzterer war dann auch unser Nachtquartier. Llanes erinnert an ein Bergdorf in der Schweiz, hübsch, aber schon komisch sowas hier am Meer zu finden. Insgesamt ist die Landschaft extrem bergig, in der Verbindung mit der Architektur kommen Schweiz- und Sauerland-Assoziationen auf. Santillana del Mar gleicht einem Freiluftmuseum, das mittelalterliche Dorf steht komplett unter Denkmalschutz. Natürlich kaufen wir eine Flasche des für die Region bekannten Apfelweins, Sidra.

Weg von der Küste, hin zum Wein, hieß es dann gestern. Rioja und Navarra warten auf einen Besuch. Zugleich fahren wir damit einen Teil des „klassischen“ Pilgerwegs. Warum immer laufen, wenn man auch fahren kann? 😉 Mit dem Straßenschild Rioja beginnen die Weinberge (die jetzt natürlich noch alle kahl sind). Haro, das nette Weinstädtchen, wie unser Führer schreibt, ist größer als gedacht. Eine Bodega reiht sich an die nächste. In der Altstadt findet man unzählige Weinbars, die heut am Sonntag rappel voll sind. Wir wollen noch weiter. Überall sieht man Pilger, entweder allein oder in Gruppen. Hut ab! Navarra bietet dann noch mehr Weinberge, und deutlich schönere Städtchen als Rioja.

Unser Highlight aber: das Kloster Irache, dessen angeschlossene Bodega doch tatsächlich (für die Pilger) einen Weinbrunnen installiert hat. Ja, ihr habt richtig gehört, hier fließt Wein. KOSTENLOS! Leider gibt es eine Webcam so dass wir statt den geplanten 10 Kanistern nur die Gläser voll machen… 🙂

Werbeanzeigen

4 Gedanken zu “Ein Hospital auf hoher See und kostenloser Wein

  1. Claudia

    Ich muß sagen ihr seht immer noch so richtig wie Urlauber aus… oder doch schon wie Frührentner?!?

    Viele schöne Tage noch!

    Claudia

  2. Horst

    wenn ich ein Franke wäre . . .
    . . . würde ich an der „Weinzapfstelle“ sagen:

    „Jo, des möchet in a“ 🙂

    danke für die tollen Berichte bisher.

    Beste Grüße
    Horst

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s