Nachtrag: Facts & Figures Mai 2010…

… besser spät als nie 😉

Für Mai gibt’s dieses Mal nur „halbe“ Kosten, denn wir führen hier nur die Reisezeit, und nicht unseren Heimataufenthalt auf (d.h. damit auch nicht die Reparatur- und Inspektionskosten von Womo und Roller). Konkret bedeutet das: die Kosten aus Frankreich vom 1. bis 6.5., und dann Norddeutschland, Dänemark und Norwegen vom 17. bis 31.5.

Kostentreiber waren hier vorrangig die hohen Campingplatz- und Dieselkosten in Dänemark, die vielen gefahrenen Kilometer und auch die Fährkosten von Dänemark nach Norwegen.

Ausgaben:

Mai pro Tag:  116,68 EUR

Gesamt pro Tag:  74,85 EUR (Nov – Mai)

Ausgaben-Split Mai:

Tanken: 27% (gesamt 19%)

Maut: 0% (gesamt 2%)

Campingplatz/Stellplatz/Parkplatz: 12% (gesamt 16%)

Lebensmittel/Essen gehen:  35% (gesamt 45%)

Sonstige: 26% (gesamt 18%)

Gefahrene Kilometer:

Mai: 4.083 km (gesamt 22.730 km)

davon mit dem WoMo 4.043 km = 99% (gesamt 91%)
mit dem Roller 40 km = 1% (gesamt 9%)

Mal schauen, wie sich der Juni entwickelt. Aufgrund des hohen norwegischen Preisniveaus und der vielen Fahrerei wird das sicher ein ordentliches „Loch“ in unser Reisebudget hauen.

PS: die Mautkosten sind hier nicht enthalten. Für Mai sind dies gesamt ca. 65 EUR.

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Nachtrag: Fazit Dänemark…

… als wir 2006 das erste Mal in der Einsamkeit von Jütland waren, hat uns diese ungewohnte Einsamkeit eher unangenehm verwundert, als positiv überrascht.

Die Bordsteine werden spätestens um 17.30 Uhr hochgeklappt. Vielerorts scheint es nicht einmal Bordsteine zu geben. Menschenleere Straßen und Dörfer wohin man schaut.

Jetzt, beim zweiten Besuch, überrascht und diese Menschenleere immer noch, doch nun auf angenehme Art. Aus Leere wurde Ruhe.

Gepaart mit der langsamen, entspannten und gemütlichen Art, die Dänen würden „hyggelig“ sagen, haben wir nun gefallen an Dänemark gefunden.

Viele neue Ecken haben wir entdeckt und viele weitere werden noch folgen, denn schon jetzt können wir sagen: Wir kommen wieder.

P.S. nicht zu vergessen, der Wind macht die Küsten und Fjorde Dänemarks zu einem tollen Surf-/Kiterevier!

Bald vom Sand verschlungen!

Im letzten Artikel schon erwähnt aber nur aus der Ferne betrachtet, heute nun aus der Nähe. Unglaublich wenn man sich vorstellt, dass der Leuchtturm Rubjerg Knude Fyr noch bis 1968 betrieben wurde, und heute im Flugsand der bis zu 90 m hohen Düne versinkt.

Wie viel Kraft der Sand hat, merkt man am eigenen Leib, wenn man bei stärkerem Wind auf die Düne klettert. Keine gute Idee! Eigentlich kriegt man die Augen gar nicht auf, weil die Sandverwehungen sofort und ohne Unterbrechung ins Gesicht schlagen. Aber sonst ist der Anblick auf den raus ragenden Turm schon beeindruckend. Ach ja, neben Windstille ist noch etwas von Vorteil: die größeren Fußwege zur Düne benutzen! Wir dachten wir nehmen einen kleinen Trampelpfad, und steckten innerhalb weniger Minuten in bösen Stachelbüschen fest. Grrr!

Von Sand zu Stein. Genauer gesagt Harz. Wir haben uns in Mygdal eine Bernsteinschleiferei angeschaut. Der nette Schleifer kommt tatsächlich aus Süddeutschland (hat den Laden vor einem Jahr von einem Dänen übernommen), und erklärt so einiges über die glänzenden Schmuckstücke. Wir plaudern ein wenig über das Land, die Dänen, die Lebensart. Er bestätigt noch mal das, was wir auch so empfinden: dass die Dänen ein gemütliches und gelassenes Völkchen sind.

Wie man übrigens Bernstein von normalen Steinen unterscheidet, wird klar als er uns einen Stein und einen Bernstein in die Hand gibt. Bernstein ist im Vergleich unglaublich leicht, es ist fast als hätte man Styropor in der Hand. Natürlich haben wir auch ein kleines Andenken mitgenommen (ein paar Bernsteine in einer Flasche – schön kitschig!)

Nach so viel Sand und Stein musste wieder Wasser her! Hoch im Norden Dänemarks, in Skagen bzw. Grenen, treffen Nord- und Ostsee aufeinander. Das wollten wir uns mal aus nächster Nähe anschauen. Und wirklich: an einer Stelle treffen sich die beiden Gewässer, und dort entstehen gegeneinander schlagende Wellen. Ein wahrhaftiger Wellenkampf. Da stellt man sich gerne mal mit einem Bein in die Nord- und mit dem anderen in die Ostsee.

Man soll aufhören wenn’s am schönsten ist! Nein, keine Angst, wir reisen weiter, aber verlassen Dänemark. Der Aufenthalt war kurz, aber schön. Wir haben viele neue Seiten Dänemarks kennengelernt, und freuen uns jetzt auf Norwegen.

Die Tickets sind gekauft, und morgen geht es um 9:30 Uhr mit der Fähre nach Oslo.

Der Wind, der…

… Wind, das himmlische Kind hat uns die ganze Nacht beglückt, man hätte meinen können man wäre schon auf der Fähre nach Norwegen bei stürmischer See 😀

Heute morgen, gegen 8 Uhr gemessen, ging es im gewohnten Windtempo weiter:

39 Knoten…

…dann wieder 33 Knoten. Kurz danach über 40 Knoten, leider mit der Kamera zu langsam gewesen.

Dürfte also im Laufe des Tages ein prima Kite-Tag werden 😉

Und so sah der in ein paar Kilometer stehende Leuchtturm in der Düne „Rubjerd Knude“ beim gestrigen Wind aus. Ohnehin versunken in der Wanderdüne, stand er gestern im feinsten Sandsturm 🙂

Gänzlich ohne Gejammer…

… wir sind aktuell an der Jammerbugten, zu Deutsch die Jammerbucht.

Warum der Name?

Angeblich aufgrund zahlreicher Schiffskatastrophen die sich über die Zeit in dieser Bucht zugetragen haben.

Zu Jammern gibt es hier für uns definitiv überhaupt nichts. Im Gegenteil. Über 80 km erstrecken sich die wirklich schönen Sandstrände und machen die Region zum beliebtesten Badeplatz an der Nordsee Dänemarks. Da reihen auch wir uns gerne ein.

Ein wirklich toller Campingplatz direkt am Meer (Lökken Strand Camping – einer der schönsten Plätze bisher in Dänemark! Leer, keine Dauer-Camper etc.), ein riesiger Strand mit Steilklippen, der Ort (Lökken) fußläufig über den Strand zu erreichen.

Lökken selbst ist klein, aber mit einer schönen, verwinkelten Fußgängerzone. Unzählige Cafes und Geschäfte, sogar eine Bonbonmacherei bei der man mal zuschauen und naschen kann.

Das einzig nervige: der Wind! Zum Kiten ist er sehr zuträglich, wenn man ehrlich ist nahezu perfekt (einige Schirme sind auf dem Wasser, aber uns ist es noch zu kalt – Weicheier wir!). Aber wenn einem mal nicht nach Kiten ist, dann wackeln die Böen das Womo im Sekundentakt ordentlich durch.  Westwind ist hier wohl keine Seltenheit. Ja, so könnte man dann doch jammern, wenn man wollte! 😉

Wer einen Webergrill Smokey Joe sucht, hier gibt es die Dinger für unter 40,- EUR. In Deutschland wird üblicherweise 80,- EUR verlangt… wir hatten unseren bereits in D gekauft… Im übrigen kann ich nur wieder feststellen, dass ein Rundgrill einfach unschlagbar ist, zu mindest für uns.

The Fog…

… Nebel des Grauens.

An der Ostküste, genauer gesagt in der Gegend Djursland oberhalb von Arhus, wurden wir Zeuge eines wohl seltenen Naturphänomens.

Wir steuerten gerade einen Campingplatz in der Nähe von Ebeltoft an (freies Stehen ist in DK eher schwierig, zu mindest am Meer), und innerhalb von wenigen Kilometern verwandelt sich der sonnige, wolkenlose Himmel in dichten Nebel.

Grau, dicht, bis auf den Boden. Nein, kein Waldbrand, keine 1000 m Höhenlage – einfach Nebel. Und zwar so stark dass man plötzlich keine 50m weit gucken kann.

Der ausgewählte Camping – komplett im Nebel eingehüllt. Oli kommen Assoziationen von dem Horrorschocker „The Fog – Nebel des Grauens“. Unglaublich. Unheimlich. Noch nie so was gesehen.

Wir versuchen, dem Nebel zu entkommen und fahren bis Fjellerup. Hier ist der Nebel nur noch sanft über dem Meer zu sehen. Zum Abend ist er komplett verflogen.

Der Herr an der Campingplatz-Rezeption erklärt uns am nächsten Tag, dass es etwas mit der Kälte und Aufwärmung des Meeres im Frühjahr zu tun habe. Kommt angeblich nur 1 – 2 x im Jahr vor.

Der Fjellerup Camping ist übrigens ein (fast) reiner Dauercamper-Platz (wie die meisten Plätze in dieser Gegend), was dazu führt, dass man sich immer latent beobachtet fühlt. Dafür liegt dieser Platz ganz ansehnlich an der schönen Ostsee. Und diese ist deutlich wärmer als die Nordsee im Westen.

ps: vor lauter Überraschung haben wir den Nebel völlig vergessen abzulichten…

Trubel statt Totenstille?

Dänemark besticht durch seine Ruhe. Unendliche Ruhe. In manchen Orte sieht man nicht mal einen Menschen auf der Straße. Geht das auch anders?

Klar. Århus steht an. Mit ca. 300.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Dänemarks.

Wird uns hier das Großstadtmolloch-Monster wieder einholen?

Nein, denn Dänemark weiß wie es geht. Keine Hochhaus-Landschaft im Umkreis der Stadt, keine Abgas- oder Lärmwolke. Stattdessen eine moderne, saubere und angenehme Großstadt (groß zumindest für dänische Verhältnisse). Die Menschen: vorwiegend jung und stilbewusst. Die lange Einkaufsstraße zieht sich durch die Stadt. Sowohl die internationalen Standard-Läden wie auch Szene-Viertel mit netten Bars und Cafes. Man fühlt sich irgendwie sofort wohl.

Ein wenig Kultur darf es an diesem Tag wieder mal sein: „Den Gamle By“ heißt das Freilichtmuseum, was total unvermittelt quasi mitten in der Stadt steht. Seit 1914 kann man hier auf einer eingezäunten Fläche 80 historische Häuser bestaunen, das älteste aus dem 17. Jahrhundert (sie wurden aus verschiedenen Regionen hier her verpflanzt). Es wurde so ein gesamtes Dorf „nachgebaut“ mit allem was dazugehört. Schön gemacht: in jedes Haus kann man hinein gehen, die alten Einrichtungen und Werkzeuge anschauen, wie z.b. die des Schuhmachers, des Schneiders oder des Schreiners. Dank vieler Originalgeräusche (z.B. in der Schreinerei) sehr gut nachvollziehbar, das Leben von damals. Natürlich laufen die „Mitarbeiter“ in original getreuer Kleidung umher, und manche Läden werden heute wie damals betrieben (beim Bäcker kann man Brot und Teilchen kaufen).

Arhus – eine lohnenswerte Stadt Dänemarks!