Gar nicht so hoch gehangen…

… Am Freitag ging es dann zum Kiteevent „Hängt ihn höher“ (Website hier). In diesem Zuge wollten wir unsere Freunde Tigga & Nicki wiedersehen. Der Spot (Sahlenburg) hat uns sehr gut gefallen, nicht zuletzt aufgrund der Tatsache dass man fast direkt am Wasser stehen kann. Man hat sogar extra Surferparkplätze dort angelegt – auch noch nie gesehen! Einziger Nachteil: aufgrund der Gezeiten ist das Wasser halt auch mal ziemlich weit weg, da bleibt nur, das Zeitfenster bei Flut abzuwarten (sofern genau dann auch noch Wind ist…).

Das Event an sich war wirklich nett, die Leute sehr angenehm, nur der Wind wollte nicht so recht mitspielen. So haben sich die Contest-Teilnehmer dann doch nicht so hoch gehangen wie gedacht. Dennoch war es ein witziges Wochenende, vorallem auch aufgrund der Tatsache, ein paar alte Bekannte wieder getroffen zu haben.

Unerwarteter weise haben wir dann auch mal wieder eine Reifenreparatur hinter uns gebracht. Hat sich doch tatsächlich eine Schraube in den Reifen gedreht, der schon vor 4 Monaten aufgrund einer Schraube repariert wurde. Zweimal der selbe Reifen – schon komisch! Nun ist alles wieder gut, und wir hoffen dass das nun wirklich der letzte Reifenzwischenfall war.

Zum Abschluss haben wir noch einen Bummel durch Cuxhaven gemacht, der aber schnell erledigt war, da die Stadt recht klein und auch nicht wirklich besonders ist. Das Wetter war die letzten Tage gemischt, insgesamt hatten wir aber noch viel Glück, da es recht warm und zwischen ein paar Schauern immer mal wieder sonnig war.

Regen und Sturm – ne, wat schön!

Wer hätte gedacht, dass man sich irgendwann mal über echtes Herbstwetter freut! Nun, so ist es: wir sitzen aktuell in Grömitz, an der schönen Ostsee, und es regnet und stürmt. Das macht uns nichts, was wohl primär daran liegt, dass wir die letzten 3 Monate (!) ausschließlich Sonne und Wärme (bis hin zur Hitze) hatten. Ist ja schließlich auch ganz gemütlich, beim Regen im warmen Womo zu sitzen…

Momentan ist Nichtstun angesagt, ein bisschen die Promenade entlang laufen, den frischen Wind um die Nase wehen lassen. In den nächsten Tagen geht es dann mal weiter, ein wenig die Küste entlang, ein paar Kitespots anschauen (und bei Wind natürlich auch auf’s Wasser gehen).

Ach ja, wir sind seit gestern Besitzer eines Slackline-Bandes. Wer es nicht kennt, kann hier nachschauen. Nachdem wir auf unserer Reise nun mehrfach Leute auf dem Band gesehen haben und es nach Spaß aussah, haben wir uns auch mal eines zum Testen angeschafft. Ist zugegebenermaßen schwieriger als gedacht. Aber wie heißt es so schön, Übung macht den Meister…

Durch das Mittelalter an die Ostsee…

Am schönen Bodensee sind wir zum Entschluss gekommen, unsere Reise unbedingt mit ein paar ruhigen Tagen und Kiten zu beenden.  Noch mal 1 oder 2 Wochen aufs Wasser wäre ideal. Und da ist die Entscheidung auf die Ostsee gefallen. Natürlich hätte man für dieses Vorhaben auch noch im Süden bleiben können, aber ehrlich gesagt freuen wir uns nach so vielen Monaten Sonne und Südeuropa auf das „rauere“ Klima und die Landschaft Norddeutschlands. Also heißt es, gemütlich nach oben fahren, und dort auf jeden Fall die Spots auf Fehmarn und ggf. die Küste bis Darß anzutesten (in Hoffnung auf Wind!).

Unser erster Stop gen Norden ist in Rothenburg ob der Tauber. Immer wieder liest man von dem Städtchen, dass Mittelalter par Excellence bieten soll. Und in der Tat haben wir auf unserer Reise keine zweite Stadt gesehen, was ein so großes, intaktes mittelalterliches Stadtbild bietet. Jedes Haus, jede Gasse harmonieren perfekt. Die Stimmung ist auf dem Höhepunkt, denn heute findet ein Stadtfest statt: überall Aufführungen und Verkaufsstände im mittelalterlichen Stil. Die Gassen sind voll, und wir merken schnell dass wir den Altersschnitt hier deutlich nach unten reißen 😉 Wir testen die Rothenburger Spezialität, Schneeballen, eine Gebäckkugel, die uns aber etwas zu trocken ist.

Nach so viel Mittelalter gibt es noch was für die Entspannung: die Therme in Bad Kissingen. Dort kann man mit dem Womo direkt an der Therme stehen (Stellplatz 9,60 EUR/Tag inkl. Kurtaxe zzgl. Strom). Ich gönne mir eine phänomenal entspannende Rückenmassage während sich Oli im warmen Solewasser treiben lässt.

Deutschland hat uns wieder…

Die Schweizer Bergwelt ist wirklich schön, aber irgendwann zieht es einen doch wieder in die Heimat (zumal das schweizer Preisniveau der letzten Tage nicht so ganz unserem Reisebudget entsprach).

Kaum über die Grenze, und schon merkt man, dass es ungewohnt und komisch ist, nach so langer Zeit wieder die eigene Sprache mit den Menschen um sich herum zu sprechen. An der Tankstelle oder im Supermarkt einfach loszuplaudern, ohne zu überlegen, auf welcher Sprache man sich gleich verständigen wird.

Über Österreich (Bregenz) ging es so nach Lindau, und damit an den Bodensee. Wir finden einen Stellplatz, der in 200 Meter Entfernung auch einen Biergarten zu bieten hat! Oh, endlich mal wieder deutsches, nein, bayrisches Essen, genauer gesagt Weizenbier und Haxe! Lecker!

Mit dem Roller geht es nach Lindau. Wir sind überrascht das die Altstadt Lindaus doch tatsächlich auf einer Insel liegt (die aber durch eine Straße mit dem Festland verbunden ist). Am Ufer des Bodensees ist einiges los, und auch in den netten Gassen der Altstadt genießen die Leute die Sonnenstrahlen.

Den Abstecher ins 10 km entfernte Bregenz hätten wir uns getrost sparen können, denn die Altstadt ist nicht wirklich sehenswert. Vermutlich kommt die Bekanntheit Bregenz ausschließlich durch die berühmten Seefestspiele. Udo Jürgens tritt morgen auf, aber wir verkneifen es uns 😉

Alles Käse!

Weil uns die Ruhe und die frische Bergluft so gefällt, geht es ins idyllische Appenzellerland. Die Landschaft ist bergig und so grün wie man es selten sieht. Kleine Bauernhöfe, Kühe, Traktoren – man könnte sagen, die perfekte Bergwelt.

Appenzell selbst ist größer als gedacht (wir hatten uns eher ein kleines Bergdorf vorgestellt), dennoch ein ganz nettes Städtchen mit einer kleinen Altstadt. Unser Stellplatz liegt auf 1.100 Meter, beim Gasthaus Eischen, das auch Stellplätze bereithält (gleichzeitig auch einen Campingplatz, der ist jedoch voll mit Dauercampern, dafür gibts Wlan kostenlos). Hier oben gibt es ein deftig-rustikales Abendessen mit Schweizer Wurstsalat und Appenzeller Bier, leider auch zu gesalzenen Preisen (82 EUR !! Das sollten wir später in Bayern für die Hälfte bekommen). Auch der Stellplatz für 26 EUR ist nicht ohne. Das ist wohl der Preis den man hier oben in der Schweiz für die Ruhe zahlen muss. Inmitten der ruhigen Bergwelt hört man nichts außer die Kuhglocken, die uns in den Schlaf läuten.

Wenn man schon im Appenzellerland ist, gehört eine Käserei-Besichtigung natürlich mit dazu. Die Schaukäserei Appenzeller liegt ganz in der Nähe im Dorf Stein, ist eher industriell geprägt, aber trotzdem sehr interessant und anschaulich. Schon beeindruckend, die riesigen Stapel mit Hunderten von Käse. Das obligatorische Stück Appenzeller hatten wir schon zuvor im Supermarkt gekauft. Die Besichtigung ist übrigens kostenlos.

Eigentlich stand noch der Erwerb des neuen iPhone 4 an, da es in der Schweiz einen Bruchteil vom deutschen Preis kostet. Leider wurde nach etwas Internetrecherche und zwei Telefonaten mit dem Apple Stores in Zürich (nur hier gibt es das iPhone sim- und netlock-frei) klar, dass das gute Stück ausverkauft ist und nicht vor Anfang Oktober wieder verfügbar ist. Und damit hatte sich der Weg nach Zürich auch erledigt.

Wir besuchen noch Sankt Gallen da es ohnehin auf dem Weg liegt (nur wenige Kilometer nördlich von Appenzell). Die Altstadt ist ganz nett, von vielen Fachwerkhäusern geprägt. Auffällig sind die vielen Erker, die reich verziert sich deutlich von den teilweise schlichten Häuserfassaden abheben.

Heidis Heimat…

Wie fast immer führt uns der Weg vom Süden in den Norden durch die Schweiz. Dieses Mal haben wir uns dazu entschieden, nicht über den St. Gotthard zu fahren (sonst fahren wir ganz gerne die entsprechende Passtraße und übernachten in Andermatt), sondern die San Bernardino Strecke zu nehmen.

Schnell merken wir den gravierenden Unterschied der beiden Strecken: trotz Autobahn ist die San Bernardino die deutlich langsamere weil steilere Strecke. Über Kilometer gibt es hier eine ordentliche Kletterpartie, die streckenweise sogar steiler als die Passstraße des Sankt Gotthards ist.

Oben angekommen geht es auf direktem Weg wieder runter und nun heißt es: „Heidi, Heidi, deine Welt sind die Beeeeerge….“

Denn kurz vor Lichtenstein liegt das „offizielle“ Heidiland, dort kann man das Heididorf und das Heidihaus besichtigen. Ja, das gibt es wirklich!

Das Dorf liegt auf einer Anhöhe (kleiner Fußmarsch), dort findet man das Heidihaus, daneben ein paar freilaufende Ziegen, eingerahmt von den Bergen im Hintergrund. Ist alles ganz nett anzuschauen. Jedoch liegt die eigentliche Alp weitaus höher, und ist erst nach einem 2stündigen Fußmarsch zu bestaunen. Was wir uns bei der Wärme sparen.

Sofort fällt uns in den Bergen wieder auf, dass die Luft hier oben immer ganz anders ist, viel klarer und frischer. Von der Ruhe ganz zu schweigen…

Grand Hotels und Villen am schönen Lago Maggiore…

Auf der Autobahn geht es von der Küste zügig Richtung Lago Maggiore. Am Lago wechseln wir auf die Landstraße, die am westlichen Seeufer entlang führt, mit schönem Ausblick auf den See. Bei unserem letzten Besuch haben wir nur den Schweizer Norden des Sees besichtigt (Locarno, Ascona), dieses Mal ist der Süden bzw. die Westküste dran.

Wir sind erstaunt, als wir auf dem ersten Camping tatsächlich zu hören bekommen, dass er ausgebucht ist. Und das Anfang September! Der kleine Camping Miralago ein paar Meter weiter hat dann Gott sei Dank noch einen Platz für uns. Deutsche bestimmen hier den Platz. So sehr dass abends doch tatsächlich das Akkordeon ausgepackt und lauthals gesungen wird…

Besonders schön in dieser Gegend ist das Städtchen Stresa. Das Zentrum ist klein und mit wenigen Gassen und einem Platz sehr übersichtlich. Wirklich einmalig ist der Blick auf die vorgelagerten (Borromäischen) Inseln und die Häuser und Villen an der Küstenstraße. Riesige Grand Hotels mit auffallenden Fassaden der Belle Epoque, ein paar Meter weiter pompöse Villen, versteckt hinter hohen Hecken und Mauern. Immer wieder fährt man hier an der Westküste durch kleine Dörfer, vorbei an mit Palmen geschmückten Promenaden. Unzählige Boote und Fähren bieten ihre Dienste für einen Ausflug auf den See an. Ein schönes Fleckchen…

„Jaaaa, der Chiaaanti-Wein…

…der läääädt uns aaaaalle ein…“ Oli singt seit Tagen nichts anderes. 😉

Klar, dass wir in der Toskana auch einen Abstecher in das berühmte Weingebiet des Chianti machen. Vom Camping in Siena geht direkt die Straße 408 ab, die sogenannte „Chiantigiana“. Und die führt genau dorthin. Wieder geht es durch die hügelige Toskana-Landschaft. Diesmal allerdings deutlich grüner, noch mehr Weinhänge. Hier ein Anwesen, da ein alter Hof. Ne, wat schöööön! Die Straße ist kurvig, unsere Durchschnittsgeschwindigkeit würde ein trainierter Rennradfahrer vermutlich überbieten, aber die Strecke ist dennoch gut zu fahren. Man muss halt einfach mehr Zeit einplanen.

Erstes Weindorf ist Radda in Chianti. Wahrhaftig ein Dorf. Ein so verschlafenes Nest hätten wir nicht erwartet. Aber dabei total süß. Eine kleine Hauptgasse, mit ein paar Weinläden, ein paar Cafes. Das war‘s. Ruhe pur. Alles ist sehr still und friedlich. Findet wir ja gerade ziemlich klasse 🙂

Zweiter Chianti-Stop ist Greve in Chianti. Statt Weindorf eher ein kleines Weinstädtchen. Wir parken in einer Seitenstraße im Wohngebiet und laufen ins Zentrum. Das besteht mehr oder minder nur aus einem mittelgroßen Platz mit Arkadengängen drumherum, wo man – was wohl? – Wein und Souvenirs kaufen kann. Nett, aber Radda hat uns irgendwie besser gefallen. Ist halt mehr ein typisches Weindorf.

Das Kurbeln auf den kurvenreichen Straßen der Toskana reicht für heut. Genug Weinfelder, Weindörfer, Weinläden. Wir wollen den Rest der Toskana für einen späteren Urlaub lassen, und schlagen den Weg Richtung Küste ein.

Das Thema Übernachtungsplatz gestaltet sich schwierig denn die Gegend um La Spezia ist von Steilküste geprägt, das heißt die meisten Plätze sind nicht für große Mobile gemacht. Das steht im Campingführer, und das mussten wir auch spüren als wir uns über eine schmale Küstenstraße quetschten um zu einem Camping zu kommen – der dann tatsächlich voll ausgebucht war! Grrrrr! Also sind wir noch ein Stück weiter nach Portovenere, wo es einen Stellplatz gibt. Schon mit der Befürchtung, dass wir dort entweder nicht reinkommen (weil zu eng) oder der Platz voll ist, werden wir überrascht: der Platz liegt ganz nett auf einer Anhöhe, nur 2000 Meter von Portovenere entfernt (zu Fuß machbar), und hat auch einen Platz für uns. Morgen heißt es dann, Portovenere besichtigen…

Ruhe und Idylle in der Toskana…

So voll und überlaufen die Küste, so ruhig und idyllisch ist das Landesinnere der Toskana. Wirklich erstaunlich, wie ruhig es wird, wenn man ein paar Kilometer von der Küste abrückt. Eine ganz andere Welt… Von Vada ging es über Volterra nach San Gimignano. Die Landschaft ist so wie man sich die Toskana vorstellt: leicht hügelig, unzählige Weinfelder, dazwischen Zypressen und Pinien, kleine und große Höfe und Anwesen. Wirklich malerisch. Jetzt im August ist es allerdings auch ziemlich trocken, so dass viele Felder statt in saftigem grün nun in blassem braun und beige flimmern. Trotzdem sehr nett.

San Gimignano ist das schönste Städtchen was wir seit langem gesehen haben. Natürlich UNESCO-Kulturerbe. Eine wirklich sehenswerte  Altstadt, mit haufenweise Spezialitätengeschäften, vielen Weinläden und kleinen Plätzen. Später lesen wir noch dass der Ort auch „Manhatten des Mittelalters“ genannt wird, das aufgrund seiner Türme. 15 der damaligen 72 Geschlechtertürme stehen noch. 218 Stufen erklimmen wir auf einen der Türme im Zentrum, und haben einen sensationellen Blick über das weite Land der Toskana. Klar, auch hier schieben sich die Touris durch, aber irgendwie verteilt es sich trotzdem ganz gut, alles wirkt ganz ruhig und beschaulich. Zum Abschluss gibt es ein Eis beim „Eis-Weltmeister“. Der Titel scheint zu wirken, die Schlange ist lang. Das Eis – keine Sensation aber sehr lecker 😉 Ach ja, ein Souvenir kaufen wir auch noch, ein kleiner Pinocchio. Der Erfinder des kleinen Manns mit der langen Nase kommt nämlich aus der Toskana…

Tagesziel ist Siena. Die Parkplätze sind alle dicht, und der ausgeschilderte Stellplatz liegt weit außerhalb. Also geht’s auf den Camping Colleverde (Lage ok, im Wohngebiet, 2km vom Zentrum entfernt; netter, ordentlicher, ruhiger Platz mit den besten Sanitäranlagen seit Beginn der Reise!). Siena steht San Gimignano in nichts nach, obwohl Siena als Stadt natürlich viel größer ist. Dennoch wirkt der Kern sehr beschaulich und gemütlich. Nicht umsonst gilt sie als eine der schönsten Städte der Toskana und Italien. Lange, schmale Einkaufsgassen, der große Platz Piazza del Campo, auf dem sich Jung und Alt treffen, der Dom mit seiner auffälligen weißen Fassade – all das macht Siena zu einer wirklich tollen und sehenswerten Stadt. Lebendig aber nicht voll oder laut. Überall findet man Bilder und Fotografien des berühmten Pferderennens Palio di Siena das im Zentrum ausgetragen wird. Das haben wir leider gerade verpasst. Insgesamt ist Siena nicht zu groß, eine unschöne Peripherie gibt es folglich so gut wie nicht. Uns hat Siena positiv überrascht! Ein unbedingtes Muss für einen Toskana-Urlaub.

Neben den schönen Toskana-Dörfern und –Städten freuen wir uns auch über die Temperaturen. Die sind nämlich mittlerweile auf „normales“ Niveau gesunken. Was bedeutet, tagsüber sonnig und warm bis heiß, abends kühler und damit auch nachts zum schlafen kalt genug. Wir waren richtig erstaunt, als wir abends während der Rückfahrt von der Altstadt auf dem Roller erstmalig seit Monaten (!) wieder ganz leicht gefröstelt haben.

Die Geisterstadt…

Zwei Ziele standen hier um Neapel auf der Reiseagenda: Pompej, die „Geisterstadt“, und der Vesuv.

Pompejis Geschichte beeindruckt: 79 n. Chr. wurde die komplette Stadt durch einen unvermittelten Ausbruchs des Vesuvs unter einem Ascheregen und Lava begraben. Eine ganze Stadt wurde so von heute auf morgen ausgelöscht, besser gesagt „konserviert“. Denn all das was unter der Asche begraben war, blieb größtenteils erhalten. Erst im 16. Jahrhundert erfolgte seine Wiederentdeckung, die Erkundung und Ausgrabung sogar erst im 18. Jahrhundert. Bis heute sind 45 der 66 Hektar Stadtfläche freigelegt, die Arbeiten dauern an.

Erst beim Besuch der „Geisterstadt“ wird einem klar, wie riesig das Stadtgebiet ist. Endlose Häuserzeilen wohin das Auge schaut. Unzählbar viele Wohnhäuser, mit Straßen, Bürgersteigen, Plätzen, Theatern, Stadtoren und und und… Eine ganze Stadt eben. Beeindruckend! Die einzelnen Gebäude sind gut als solches zu erkennen, wenngleich es heute natürlich eher Ruinen sind. Viele Häuser können genau betitelt werden, so kann man sich neben den vielen Tempeln, unzähligen Wohnhäusern und Thermen auch die Bäckerei, mehrere Lokale mit Tresen und sogar eines der Freudenhäuser der Stadt anschauen. Beklemmend wird die Atmosphäre, wenn man die vielen Gipsgüsse der Opfer sieht. Dank eines speziellen Gipsabdruckverfahrens konnte rekonstruiert werden, wo Opfer lagen, und welche Statur und Stellung sie beim „Begraben“ unter der Asche hatten. Sogar Abdrücke von Hunden wurden gefunden. Ja, Pompeji hinterlässt einen bleibenden Eindruck.

P.S. Der Camping Zeus liegt keine 100 Meter neben dem Eingang der Ausgrabungsstätte. Das ist praktisch, aber nicht für große Mobile (denn aufgrund von Bäumen an jeder Ecke kommt man kaum um die Kurven geschweige denn in die Stellplätze). Zudem hat der Camping keinen Pool (entgegen der Info im ADAC) – für uns Grund genug, noch bis Sorrento zu fahren. Dort wollten wir zum Camping Nube d’Argento, dessen Zufahrt aber ebenfalls für große Mobile nicht machbar ist (zu eng/steil). Also bleiben wir auf dem Camping Santa Fortunata, der ganz brauchbar ist.

Der Besuch beim Vesuv fällt leider aus, da Oli schon seit Tagen mit Kopfschmerzen und Magenproblemen kämpft, und wir somit (vor allem bei der immer noch vorherrschenden Hitze) die Wanderung zum Kraterrand wohl nur auf allen Vieren geschafft hätten, wenn überhaupt… Dann halt beim nächsten Mal.

Unser Ziel heißt Toskana. Dort sind wir nun, wenngleich noch an der Küste. Das Landesinnere mit seinen typischen hügeligen Landschaften folgt noch. Aktuell stehen wir in Vada (Camping Tripesce) und werden uns hier mal den beliebten Kitespot genauer anschauen.