„Stadt der Kapitäne“…

Nein, es gibt die nächsten Tage und Wochen nicht nur Einträge und Bilder à la „Oli am Strand“, „Isa im Wasser“, „Oli beim Entspannen“… Natürlich gibt’s auch ein paar Eindrücke von Kroatien. Wie zum Beispiel von Orebic.

Orebic liegt etwa 5 km entfernt von Viganj, und gilt als das touristische und wirtschaftliche Zentrum der Halbinsel Peljesac. Das kleine Hafenstädtchen wird auch „Stadt der Kapitäne“ genannt, weil Orebic Sitz der größten Reederei Kroatiens war. Die mächtigsten Segelboote befuhren damals von hier die Weltmeere und auch heute noch ist die Stadt von schönen auffälligen Steinhäusern, den ehemaligen Kapitänsvillen geprägt.

Ein Bummel über die schmale Strandpromenade ist wirklich malerisch. Vorbei an großen Palmen, die die Vorgärten der alten Villen schmücken, an kleinen Cafes und Bars, ein paar Verkaufsständen. Immer mit Blick auf die vielen vorgelagerten Inseln, unter anderem Korcula. Alles wirkt sehr ruhig und idyllisch. Gegen Abend verwandelt sich die ruhige Promenade dann in eine belebte Flaniermeile.

Darüber hinaus findet man auf der Hauptstraße oberhalb der Strandpromenade (gleichzeitig auch Hauptdurchgangsstraße durch den Ort) diverse Lebensmittel- und Souvenirläden, Obststände und kleine Shops.


Mit gerade mal 4.000 Einwohnern ist das Städtchen insgesamt ziemlich übersichtlich, aber gerade deshalb besonders schön.

Noch viel schöner und auch viel kleiner sind die Dörfer Viganj und Kuciste. Dazu bald mehr…

Neuer drehfreudiger Freund!

Wir haben einen neuen drehfreudigen Freund. Für nur 19 Euro begleitet er uns nun durch den heißen Sommer. Ein Tischventilator. Weiß und aus Plastik.

Die Hitze war nicht mehr auszuhalten. Vor allem abends und nachts wenn in der Regel überhaupt kein Lüftchen geht. Das heißt, tagsüber staut sich im Womo die Hitze, und abends bleibt sie dort beharrlich, auch wenn es draußen kühler wird. Eigentlich hatten wir über ein mobiles Klimagerät o.ä. nachgedacht, aber in dem Bereich war bislang nichts zu bekommen. Also haben wir uns für die „Billig-Variante“ entschieden.

Wir waren skeptisch ob das überhaupt was bringt oder nur die heiße Luft durchgewirbelt wird. Aber siehe da: es funktioniert! Vor das offene Fenster gestellt, bringt er angenehme (von kühl wollen wir nicht sprechen) Luft in die gute Stube. Läuft natürlich nur bei Landstrom, also auf Campingplätzen. Seitdem ist das Teil in Dauerbetrieb und macht das Sitzen und Schlafen im Womo, sagen wir, fast wieder angenehm.

Dobar dan aus dem traumhaften Kroatien!

Kaum sind wir an Kroatiens Küste, fällt uns wieder ein, warum wir Kroatien vor 5 Jahren (als wir erstmalig hier waren) so mochten. Man kann nicht fassen wir idyllisch die Küste, z.B. ab Zadar Richtung Süden wirkt. Postkarten-Panorama und malerische Dörfer wohin das Auge schaut. Keine Beton-Bettenburgen, sondern kleine weiße Häuser, gesäumt von Palmen, Pinien und Zypressen. Das klarste Meerwasser, das man sich vorstellen kann, direkt neben der Fahrbahn, als ob es ruft „Spring rein!“. Trotz Hochsaison verteilen sich die Menschenmassen gut, so dass es zwar voll, aber nicht zu voll ist…

Aber von vorn.

Nachdem wir Ungarn verlassen haben, ging es in Kroatien möglichst schnell Richtung Küste. Wir machen noch ein wenig Strecke per Autobahn und fahren dann bei Zadar auf die Küstenstraße, und sind damit an der Biograder Riviera. Ein wirklich traumhaftes Stück Küste. Kurz hinter Sukosan und vor Sveti Petar bleiben wir auf dem Camping Filko, ein schöner Platz direkt am Meer, das wir natürlich direkt antesten. Erstaunlich wie salzig das Meer (z.B. im Vergleich zur Ostsee) ist.

Am nächsten Tag tingeln wir die Küste entlang, wollen dann aber zügig an unser Ziel: die Halbinsel Peljesac. Die Autobahn Richtung Dubrovnik (die einzige hier) ist leider noch nicht bis Porec fertiggestellt, so geht es die letzten Kilometer durch das Hinterland, über Berge und durch grüne Felder. Ein wahrer Obstgarten hier, überall Obstbäume und Obstverkäufer am Straßenrand.

In Ploce (spricht sich übrigens Plotsche) wollen wir mit der Fähre rüber nach Peljesac. Die Schlange der wartenden Autos ist jedoch unglaublich lang und wir haben starke Zweifel ob die Fähre, die leider auch erst in 1 Stunde kommt, überhaupt noch Platz für uns hat. (Aus der Vergangenheit wissen wir, dass diese auch nicht all zu groß bemessen ist). Also entscheiden wir uns für den Landweg.

Peljesac ist grün und bergig. Bis zum Ziel sind einige Höhenmeter zu bewältigen. Überall Weinhänge und Weinverkauf. Kleine kroatische Dörfer mit alten Kirchen. Boote liegen im seichten Wasser. Von der Insel Blick auf die anderen Inseln, vorallem auch auf die schöne Stadt Korcula, die wir noch besuchen werden. Ab Orebic wird die kleine Küstenstraße ein- bis eineinhalb-spurig, da wird es mitunter schön eng, wenn ein Womo und ein PKW aufeinander treffen.

Jetzt sind wir in Viganj angekommen. Der Ort ist klein, und lebt vorallem von zwei Dingen: schöne Campings direkt am Wasser und Wind. Entsprechend trifft man hier viele Surfer und Kiter. Wir haben es uns auf dem Camping Antony Boy in zweiter Meerlage gemütlich gemacht. Ein schönes Fleckchen Erde!

Gestern war ordentlich Wind, das lässt hoffen dass wir tatsächlich die nächste Zeit ein wenig auf’s Wasser kommen. Nun ist aber erstmal Entspannen und Nichts-tun angesagt…

Die Hitze von Budapest…

Wie angekündigt, hier noch ein paar Impressionen zu Budapest.

Budapest, Hauptstadt Ungarns, stolze 1,7 Mio. Einwohner. Entstanden durch die Zusammenlegung von zwei Städten – nämlich Buda und Pest, welch Überraschung!

Budapest ist zunächst mal eins: sehr groß! Vorher noch schön ein paar Sehenswürdigkeiten aus dem Netz notiert, merkt man erst in der Stadt und das ziemlich schnell dass man hier nicht mal eben alles „erlaufen“ kann. Eine Busfahrt, ein eigener Roller o.ä. ist daher unumgänglich.

Dann ist Budapest noch eins, nämlich wirklich schön. Die Altstadt ist, mehr als in den meisten anderen Städten die wir gesehen haben, gesäumt mit architektonisch beeindruckenden, riesigen Gebäudekomplexen. Klassizismus, Gotik und Jugendstil geben sich die Klinke in die Hand. Man ist erschlagen von den vielen stilvollen Fassaden. Allein das Parlamentsgebäude am Ufer der Donau (eines der größten Gebäude der Welt!) könnte man sich ewig anschauen, so sehr beeindrucken die Größe und die Vielfalt der Türme, Anbauten und Seitenflügel. Dennoch wirkt die Stadt nicht künstlich geschönt oder „museums-tot“, im Gegenteil: in den unzähligen Altstadtgassen und Fußgängerzonen ist viel los, mit Cafes, Bars… eine lebendige Stadt.

Interessant ist auch der Zentralmarkt in der Großen Markthalle mit über 180 Geschäften auf 3 Etagen, denn hier gibt es von Touri-Kitsch bis Lebensmittel alles was das Herz begehrt.

Leider fordert die Hitze auch in Budapest ihren Tribut. Am späten Mittag ist jede weitere Treppenstufe zu einem Palast die reinste Qual und hat definitiv keinen Sinn mehr. Da in den nächsten Tagen keine Wetterverschlechterung (im Sinne von Abkühlung) angesagt ist, bleibt es bei einem ersten Eindruck von Budapest, der uns sehr gefallen hat.

Budapest ist definitiv ein lohnenswertes Ziel für einen Kurz-Urlaub via Flieger.

P.S. Der Camping Jumbo, 15km außerhalb des Zentrums, ist einer der gepflegtesten Plätzen unserer Reise. Netter hilfsbereiter Empfang, schön angelegt, ausreichend großer Pool, ansprechende Sanitär, nettes Restaurant in wenigen 100 Metern.

3:02 Uhr…

…draußen steht die Budapester Luft. Drinnen auch. Das Thermometer im Womo zeigt 30Grad und erinnert mich daran, warum wir niemals im Juli und August „Sommerurlaub“ machen.

Zu Hause gäbe es jetzt eine Klimaanlage. Entspannt im Wohnzimmer sitzen bei angenehmen 20 Grad, das wär`s jetzt.

Hier im Womo gibt`s jetzt um 3.02 Uhr nur Schweiß und an Schlaf ist nicht zu denken.

Eventuell morgen mal im nächsten Elektroladen ein kleines mobiles Klimagerät kaufen, mal schauen.

Derweil surfe ich das Internet leer und zähle die Minuten bis 6:00 Uhr, denn dann geht es die 880km runter ans hoffentlich etwas kühlende kroatische Meer.

Schon wieder 8 Minuten geschafft. Jetzt sind es nur noch 2Stunden 50Minuten 😀

PS1: Waren gestern in Budapest. Ausgesprochen schöne lebendige aber mit 1,7 Mio. Einwohnern auch sehr große Stadt. Ein kleiner Bericht folgt, wenn wir am kroatischen Meer sitzen 🙂

Und schon wieder 3 Minuten geschafft 😉

PS2: Wie gut, dass wir bereits vor ein paar Monaten den Anzug gegen Shorts getauscht haben 😉

… noch 2 Stunden 46 Minuten…

Überraschungskandidat Krakau…

… Wir hatten keine wirkliche Vorstellung von und keine Erwartungen an Polen, da es eigentlich mehr als „Durchreiseland“ geplant war. Gleiches galt für Krakau. Wir fahren mal hin, und schauen es uns einfach an. Liegt ja quasi auf dem Weg.

Umso überraschter (im positiven Sinne) sind wir von Krakaus Altstadt. Wir fühlen uns plötzlich fast in eine mittelgroße italienische Stadt versetzt. Die Atmosphäre und das Flair wirken ungewohnt mediterran und südeuropäisch (vorallem im Vergleich zu den zuletzt besuchten Großstädten). Wir können nicht so recht ausmachen woran es liegt. Die schönen Plätze mit den Cafes und einladenden Terassen, die mit Blumen geschmückten Balkone oder einfach die vorrangig gelbliche Häuserfarbe. In jedem Fall gemütlich und angenehm. Das einzig unangenehme sind die unzähligen Cityguides, die einen in der Altstadt (ungelogen) alle 2 Minuten, in manchen Straßen jede 30 Sekunden anquatschen und eine Citytour (z.B. mit einem Elektroauto wie man sie auf Golfplätzen findet) verkaufen wollen. Wir überlegen scherzeshalber kurz, ob wir uns nicht ein Schild umhängen mit der Aufschrift „NO CITY TOUR!“ 🙂

Besonders sehenswert fanden wir die Sukiennice, die langgestreckten Tuchhallen auf dem Marktplatz der Stadt. Die Spitzbogenarkaden zusammen mit den alten eisernen Laternen wirken mit den kleinen Souvenirläden wirklich einmalig.

Außerdem werfen wir einen Blick in die Alma Mater, eine der ältesten Universitäten Europas und echte Vorzeige-Uni. Berühmtester ehemaliger Student war Kopernikus, von dem hier auch einige Unterlagen und „Geräte“ bestaunt werden können. Beim Blick in die alten Säle mit den beeindruckenden Holzarbeiten, Goldverzierungen und Portraits (insbesondere die alte Aula) kann man fast vergessen, dass die Räume auch heute nach wie vor als Studien- und Tagungsräume genutzt werden.

Ja, Krakau können wir uneingeschränkt empfehlen – eine schöne und zugleich übersichtliche Stadt, mit besonderem Flair.

Zum Thema Empfehlung: Wir waren übrigens auf dem Camping Krakowianka, ca. 5km von der Innenstadt entfernt. Laut ADAC mit Freibad-Anbindung, was ja bei dem Wetter Hauptkriterium für die Platzwahl ist. Unsere Empfehlung: diesen Platz meiden. Die Stromdosen waren teilweise defekt, die Sanitäranlagen ziemlich runtergekommen oder gerade eine Baustelle. Auch das Freibad gab es irgendwie nicht mehr. Eindeutig 0 von 0 Punkten.

Wir machen Urlaub… :)

… die letzten Tage und Wochen waren geprägt vom vielen Fahren und Besichtigen. Die Kunst beim Langzeitreisen, so haben wir im Laufe der Zeit gelernt, ist der Seele die Möglichkeit zu geben hinterher zu kommen, sodass die unzähligen Eindrücke und Erlebnisse auch verarbeitet werden können. Deshalb haben wir uns entschieden mal ein paar Tage Urlaub zu machen und, wie kann es anders sein bei diesem sensationellen Wetter, nicht in der Stadt oder auf dem Land, sondern am Meer.

Ursprünglich sollte der Weg über die Urkaine nach Rumänien und Bulgarien und von dort in die Türkei gehen. Das würde jedoch bedeutet, es gäbe viel zu Fahren und zu Besichtigen bis wir endlich am Meer sind.

Daher haben wir uns entschieden auf relativ direktem Wege erst einmal ins schöne Kroatien zu fahren um in der Ecke von Orebic  die Seele baumeln zu lassen und (diese Ecke ist für ihren Wind bekannt) auch mal wieder mit den Kites auf`s Wasser zu gehen. Das wird dann auch unser erster Urlaub in der teuren und vollen Hochsaison – mal sehen was uns erwartet 😉

Dort entscheiden wir dann in aller Seelenruhe, ob wir quer rüber nach Bulgarien und weiter in die Türkei fahren. Oder evtl. mit Fähren „direkt“ in die Türkei fahren. Oder ob wir alles ganz anders machen. 🙂