Let’s rock!

Liepaja, oder deutsch Libau, ist die drittgrößte Stadt Lettlands. Besonders eindrucksvoll verkörpert die Stadt den Kontrast zwischen Sowjetvergangenheit und Gegenwart. Neben rausgeputzten Villen im Schweizer Stil findet man selbst in der Altstadt noch unzählige Ruinen, baufällige und verlassene Häuser.

Was die Stadt aber besonders macht, ist die Tatsache, dass sie sich als die lettische Hauptstadt der Musik, genauer gesagt der Rockmusik bezeichnet. Das erste Rockcafe Lettlands findet sich hier, dazu ein Walk-of-Fame „a la Hollywood“ (wo sich die Rockgrößen Lettlands verewigt haben – wer kennt sie nicht!? ;)), diverse Designobjekte mit Rockbezug und natürlich jede Menge Events und Livemusik. Dazu eine kleine aber nett gemachte Hafenpromenade. Das Gesamtbild wirkt so insgesamt deutlich moderner, jünger, lebendiger.

Ein echtes Erlebnis und ein unverkennbares Stück Vergangenheit präsentiert Karosta, der ehemalige Militärhafen Liepajas und Stadtviertel im Norden. Kurz denken wir, hier kann niemand mehr wohnen. Sozialistische Plattenbauten, die ganz klar zum Abriss bereitstehen. Aber: zwischen den Ruinen wohnen tatsächlich auch heute  noch Menschen. Bislang das schlimmste was wir im Baltikum gesehen haben. Etwas geschockt fahren wir mit dem Roller durch die Straßenzüge. Fühlen uns in eine andere Welt und Zeit versetzt. Das einzig gut erhaltene inmitten dieser Betonruinen ist die protzige russisch-orthodoxe Kathedrale. Extremer könnte der Kontrast an dieser Stelle nicht sein. Angeblich setzt man heute auf Künstler und Wiederaufbau, es gibt ein „Kulturzentrum“, Ausstellungen und das Gefängnis zu besichtigen (wo man heute auch in einer Zelle übernachten kann – nein, danke!). Wir sind gespannt, wie es hier in 10 Jahren aussieht.

Ach, fast vergessen: der Strand hier, angeblich einer der schönsten des Baltikums, ist für uns tatsächlich einer der schönsten des Baltikums. Ewig lang, feinster Pudersand, schöne Wellen (die sucht man ja in der Rigaer Bucht vergebens). Ein paar Kiter haben wir auch entdeckt. Sehr nett!

Und: wir haben auch den bislang schönsten Camping im Baltikum gefunden, etwas außerhalb von Liepaja, in einem Wald (Camping Verbelnieki, ca. 15EUR inkl. Strom), ca. 100 Meter zum Strand, Wellenrauschen bis zum Womo hörbar. Sanitäranladen sind etwas rudimentär, aber sauber. Ein ruhiger Platz mit offenen Wiesengelände,  gut geführt, fast familiär, mit kleinem Restaurant. Da bekommt man ein komplettes Abendessen für 2 Personen(d.h. 2 x Vorspeise, 2 x Hauptspeise, 3 große Bier) für knapp 19 Euro. Daumen hoch! 🙂

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5 Gedanken zu “Let’s rock!

  1. Horst

    Hallo ihr Baltikum-Entdecker,

    habe mal wieder das Bedürfnis, euch für die wundervollen und aufschlussreichen Eindrücke aus dem Baltikum zu danken. Bewundersswert eure Beständigkeit und Offenheit für ständig wechselnde Veränderungen, sind die Kontraste auch noch so groß.
    Euch weiterhin gute Erholung, viele tolle Eindrücke und gesundes und pannenfreies Weiterkommen.
    Beste Grüße
    Horst
    . . . in etwa 2 Wochen werden wir starten.

  2. Heike

    Hallo ihr 2, durch das Wohnmobilforum und eure Reiseberichte (zB. Sardinien) bin ich auf eure Seite gekommen und verfolge die Europareise von Anfang an. Jeden Tag schaue ich ob es etwas neues gibt. Vielen Dank für die tollen Berichte, sie verschönern den Alltag bis zur nächsten Reise.
    Ich wünsche euch noch viele tolle Erlebnisse und allzeit knitter und pannenfreie Fahrt.
    Grüße von Heike

  3. admin

    hallo heike, hallo horst,
    besten dank für eure komplimente. freuen uns natürlich immer sehr, wenn kleinen berichte nicht nur uns freude bereiten.

    horst, wir wünschen einen tollen start in eine unvergessene reise.

  4. Oliver

    moin moin,
    ich habe mal ein wenig durch euren Blog gestöbert weil meine Frau und ich uns eine ähnliche Reise in den nächsten Jahren vorgenommen haben. Und was finde ich da: Verbelnieki! Ja das ist wirklich ein entspannter Platz mit lekker Futter und tollem Strand. Waren auch im Juli 2010 dort. Man was war das warm.
    Habe gleich mal aus lauter fernweh unser Fotos aus Lettland durch gesehen…. und was sehe ich da…. Da steht doch tatsächlich so´n langer Hymer neben unserem Womo in Verbelnieki. Und da die Hymerfahrer auch erzählt hatten das sie zu einer Werkstatt mussten, könnt nur ihr es gewesen sein. Unser Hund hatte euch ein paar Besuche abgestattet und wir waren auf euren Stellplatz gefahren als wir dachten das ihr abgereist seit. Sorry.

    Wünsche euch weiter schöne Reisen und viele Grüße aus Schwerin, das nächstes Jahr hoffentlich einen ordentlichen Stellplatz bekommt.

    Oliver

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