Kill the Tankautomat….

… es geschah in Kiruna.

Auf der E10 gab es keine Tankstelle. Wir fuhren ab und fanden in Kiruna eine mit Tankautomat. Will sagen: Kein Kassenhäuschen sondern ein Automat in dem man seine Kreditkarte einführt, die Tanksäule wählt, die Karte wieder entnimmt, tankt und weiter seines Weges fährt.

Im Grunde nichts Ungewöhnliches. Solche Tankautomaten sind in den meisten Ländern guter Standard. Nur dieser hier, dieser mochte uns nicht. Oder unser Karte. Oder beides. Nach dem Einführen der Visa-Karte konnte man weder die Tanksäule anwählen noch seine Karte vom Automaten wieder ausspucken lassen.

Auch nach zigmaligen Drücken auf die rote Taste mochte der Automat unsere Karte nicht wieder hergeben.

Eine liebenswürdige, Anfang 50 jährige Schwedin, die ebenfalls an diesem Automat tanken wollte, leistete erste Hilfe.

Kurzentschlossen fuhr sie mit ihrem Wagen zur großen Q8 Tankstelle 3 Kilometer weiter (ich folgte ihr mit dem WoMo), wo sie die dortigen Beschäftigten in Kenntnis vom kartenfressenden Automaten setzte.

Eine nette Q8 Dame setzte sich so gleich ins Auto und fuhr, wieder mit mir und dem WoMo im Schlepptau zurück zum besagten Automaten wo Isa bereits schlotternd (wir hatten vergessen ihr eine Jacke zu geben) den Automaten mit unserer verschluckten Kreditkarte bewachte.

Lange Rede kurzer Sinn:

Dank der Hilfsbereitschaft der beiden schwedischen Damen hatten wir unsere Karte nach gut 45 Minuten zurück und tankten an der 3 Kilometer entfernten Q8Tanstelle, dieses mal mit Bezahlung am Schalter, per Karte.

Seither meiden wir Tankstellenautomaten, zu mindest noch… 😉

Und weiter geht es…

… die „Höga Kusten“ standen auf dem Programm. Angeblich fand hier die höchste Anhebung der Landschaft seit der letzten Eiszeit statt. Und noch immer steigt das Land, nach dem der Gletscher es wieder freigegeben hat, um jährlich 8mm.

Um ehrlich zu sein, ist die Geschichte technisch interessant, aber optisch sind wir leider etwas von Norwegen „versaut“

So lag es auch nahe, dass wir Bönhamn, ein wirklich hübsches, kleines, verschlafenes Dorf an dieser Küste zwar besichtigt haben, aber doch an Norwegen erinnert wurden (nicht zuletzt aufgrund der vielen Schären), nur dass dort alles noch mal beeindruckender gewesen ist….

Es folgte ein kleiner Zwischenstopp in Härnösand, dessen Besuch trotz des gut erhaltenen Holzhausviertels um die dortige Kirche unseres Erachten nicht lohnt.

(wo Licht ist…

… ist auch Schatten. Und davon viel…)

Ziel für den Tag war Hudiksvall. Mehr notgedrungen da wir auf dem Weg Richtung Süden keinen schönen Platz gefunden haben und dann einfach irgend welchen Campingschildern gefolgt sind. Auf dem dortigen Campingplatz, der sehr schön und ruhig am Meer gelegen ist, haben wir zwei Tage gestanden, gelesen, gegrillt, Pause gemacht von der vielen Fahrerei der letzten Tage und es uns gut gehen lassen (Kosten inkl. alles 25EUR).

Heute rollten wir ca. 220 km weiter nach Süden, in die beliebte Urlaubsregion Dalarna (um den Siljan See). In dieser Gegend, besonders in Leksand, was ein paar Kilometer weiter liegt, soll das Mittsommernachtsfest wie sonst nirgendwo in Schweden gefeiert werden. Da dürfen wir natürlich nicht fehlen J

Leider startet der Midsommar-Spaß erst am 25. Juni. Aber, wenn das Wetter wie bisher mitspielt, dann werden wir diesem Fest dennoch beiwohnen und es uns in der Zwischenzeit gut gehen lassen, noch ein paar Bücher lesen, Bötchen fahren, die Gegend erkunden und und und J

Heute haben wir aber erstmal das Dala-Pferdchen besucht. Das kleine oder große rote Holzpferd ist hier allgegenwärtig. Es wird hier in Nusnäs gefertigt, und steht mittlerweile nicht mehr nur für die Region Dalarna sondern für ganz Schweden.

Und hier noch zwei, drei Bilder von unterwegs. Man wird das Gefühl nicht los, dass diese Seite Schwedens nur aus Wald, durchsetzt von ein paar Seen besteht….

Zwei Scheinwerfer, zwei Reifen und die erste Scheibe…

… so, heute war es dann endlich soweit. Irgendwie haben wir schon drauf gewartet und irgendwann ist es bei so einer Reise unausweichlich. Im Grunde hatten wir bereits in Marokko damit gerechnet aber es sollte bis Schweden dauern. Ein entgegen kommendes Fahrzeug hat uns einen Stein gegen die Windschutzscheibe geschleudert. Es machte „Knack“ und ein ordentlicher 3 x 2 cm großer Steinschlag zeichnete sich in unserer 4.000 EUR teure Windschutzscheibe ab.

Das Gute, es trägt sicher die Versicherung. Das ebenfalls Gute, wir wollten ohnehin die Frontmaske nach unserer Reise neu lackieren lassen, denn Hymer hat mit dem verwendeten Material und Lack leider einen argen Konstruktionsfehler begangen; denn die Frontmaske ist, wenn man nicht täglich mehrfach die Fliegen einzeln abkratzt, auf Dauer nicht 100%ig sauber zu halten. Wenn also die Scheibe nun ohnehin raus muss, dann kann auch gleich die Maske neu und vor allem sauber (was nicht selbstverständlich ist, die meisten sprühen nur um das Fenstergummi herum) lackiert werden.

Glück im Unglück. Wenn man so will…