Bergen, Kirche, Gletscher…

… wir haben echt Glück gehabt, denn wir haben die zweitgrößte Stadt Norwegens und „Regenmetropole“ Bergen tatsächlich bei Sonnenschein erlebt.

So konnten wir in Bryggen, dem ehemaligen Viertel der deutschen Hanse und UNESCO-Weltkulturerbe, den Tag bei einem kühlen Bier (wie erwähnt stolze 11 EUR für 0,4l) vor den alten und schiefen Holzhäusern ausklingen lassen.

Trotz der Stadtgröße wirkt der Kern relativ ruhig und gemütlich. An einem lustigen Stand erstehen wir eine Riesen-Bratwurst, auch zu teuer aber egal (ein Norweger sagte, wir sollten mal die Rehntierwurst probieren, aber dazu konnten wir uns nicht durchringen).

Am nächsten Morgen stand dann der Fischmarkt auf dem Programm, von dem wir allerdings etwas enttäuscht waren (feste Stände und eher verarbeiteter statt wirklich fangfrischer Fisch – hatten wir uns irgendwie anders vorgestellt).

Genächtigt haben wir übrigens direkt im Zentrum, was perfekt für den Stadtbummel war (Parkplatz hinter Marienkirche und Hafen, 150 NOK für 24 Std., super zentral, dafür auch etwas lauter).

P.S. bei der Gelegenheit haben wir vorsorglich noch ein paar Pilker gekauft (waren im Angebot), nur für den Fall das wir irgendwann noch mal nen Fisch fangen 😉

Von Bergen ging es Richtung Sognefjord. Immer wieder sind wir beeindruckt von den unzähligen Wasserfällen, die, mal ganz oben und mal direkt neben der Straße von den Bergen in die Tiefe rauschen. Und einmalig sind auch die gelegentlichen Spiegelungen in den Fjorden die, wenn das Wasser ruhig genug ist, kaum eine Trennung von Land und Wasser zulassen. Auf der Strecke lag dann auch der längste Straßentunnel der Welt, über 24 Kilometer. Ganz schön langweilig, so lange im Dunkeln, und nix zu gucken (das „Blau“ gab es nur drei Mal zu sehen).

Der Sognefjord ist unter anderen bekannt für seine Stabkirchen. Borgund soll eine der schönsten sein. Und das können wir hiermit bestätigen. Von den damals über 1000 Kirchen gibt es heut nur noch 28. Sehr interessant auch die spezifische Bauweise und auch Unterschiede zwischen den verschiedenen Kirchen (zu sehen in der angrenzenden Ausstellung, im Kirchenpreis inbegriffen). Die Kirche in Kaupanger kann hier bei Weitem nicht mithalten (Oli nannte sie „Bretterbude“).

Als Übernachtungsplatz haben wir uns den Wanderplatz Molden (unterhalb von Gaupne) ausgesucht. Nach einer halbwegs steilen Straße, eher ein Waldweg stehen wir irgendwann allein in einer Waldlichtung. Bis zu dem Zeitpunkt als plötzlich eine Herde mit Glocken behangener Schafe uns einen Besuch abstattet. Offenbar stehen wir auf ihrer allabendlichen Route. Oli versucht den „Anführer“ mit unserem Abendessen zu locken. Aber davon lässt sie sich natürlich nicht beeindrucken. Sehr witzig.

Das reinste Blau der Welt! So haben wir es empfunden, das strahlende Blau des Gletschers Nigardsbreen.

Von weitem ist das kaum vorstellbar, denn aus der Entfernung wirkt er eher grau und schmutzig. Steht man aber direkt an den Gletscherspalten, schimmert es in reinstem Blau.

Der Nigardsbreen gehört zum Jostedalsbre, der mit 500 Quadratkilometern Fläche, einem bis zu 500m dicken Eispanzer und 60km Länge der größte Gletscher auf dem europäischen Festland ist. Die Größe des Gletschers realisiert man aber erst, wenn man die winzigen Menschen vor den gewaltigen Eismassen sieht.

Der Weg dahin ist etwas mühsamer. Ca. 35 km fährt man von der Abfahrt Gaupne das Tal entlang bis zum Gletschercenter, dann noch mal ca. 3,5 km „Anfahrt“ (Gebührenpflichtige Strecke 40 NOK), und zu guter Letzt 30 – 40 Minuten Kletterpartie vom Parkplatz bis zum Rand des Gletschers. Ein Weg der lohnt, den vor dem riesigen Gletscher zu stehen ist mehr als beeindruckend!

(wer sieht die Menschen auf dem Bild 🙂  )

Und jetzt rollen wir langsam weiter Richtung Geiranger Fjord (einer der bekanntesten Norwegens).  Mal schauen, wie weit wir heute kommen, wollen 🙂