70 Tonnen schaukeln lassen!

Von Grimstad ging es weiter die Küste entlang, über Mandal und Flekkefjord. Statt auf der breiten Nationalstraße E39 fahren wir dann auf die 44, die bekannte Nordsjövegen, die direkt am Wasser entlang läuft.

Atemberaubende Landschaft, die von gewaltigen Gesteinsmassen geprägt ist. Überall Felsen und immer wieder Fjorde und Seen, wohin man schaut. Da fühlt man sich plötzlich ganz klein…

Auf dem Weg liegt der Ruggestein, ein 70 Tonnen Koloss der mit bloßer Menschenhand bewegt werden kann. Vom Parkplatz geht es 700m zu Fuß zum Felsbrocken. Und tatsächlich: er schaukelt (wenn man erst mal den Rhythmus raus hat). Für die Nachwelt halten wir unseren Besuch im „Gästebuch“ fest.

Unser Weg führte uns bis Stavanger, viertgrößte Stadt Norwegens. Eine interessante Stadt, mit einem schrägen Mix aus der Altstadt mit ihren kleinen, bunten Holzhäusern und moderner Architektur. Viele Boutiquen und edle Läden zeigen jedem Besucher sehr deutlich, dass es dem Zentrum der Ölindustrie sehr gut geht. Wie das alles so funktioniert mit dem Öl, haben wir uns dann auch mal im Norwegischen Ölmuseum angeschaut. 80 NOK die sich lohnen – danach weiß man u.a. dass ein normaler Bürojob gar nicht so schlecht ist (denn so ein Taucher will man definitiv nicht sein).

Grimstad – unsere erste Bootstour!

Von unserem Camping ging es auf Bootstour durch die Schärengärten vor Grimstad. Das Boot hat die lange Lagerung gut überlebt, der Motor sprang sofort an.

Vom Wasser aus wirken die kleinen bunten Holzhäuser an den Ufern noch idyllischer.

Nach einer kleinen Runde durch den Fjord geht es nach Grimstad. Am Hafen gibt es (offenbar für Besucher gedachte) Plätze, wo wir unser Boot schnell vertaut haben. Das Dorf selbst ist sehr süß – viele kleine weiße Häuser, ein Marktplatz mit Cafes, alles geht wie so oft sehr ruhig zu.

Am Ende unserer gelungenen Bootstour merken wir, dass irgendwo im Rumpf eine Undichtigkeit sein muss, da wir Luft verloren haben. Schauen wir mal, ob wir das Problem lokalisieren können.

Nachtrag: Fazit Dänemark…

… als wir 2006 das erste Mal in der Einsamkeit von Jütland waren, hat uns diese ungewohnte Einsamkeit eher unangenehm verwundert, als positiv überrascht.

Die Bordsteine werden spätestens um 17.30 Uhr hochgeklappt. Vielerorts scheint es nicht einmal Bordsteine zu geben. Menschenleere Straßen und Dörfer wohin man schaut.

Jetzt, beim zweiten Besuch, überrascht und diese Menschenleere immer noch, doch nun auf angenehme Art. Aus Leere wurde Ruhe.

Gepaart mit der langsamen, entspannten und gemütlichen Art, die Dänen würden „hyggelig“ sagen, haben wir nun gefallen an Dänemark gefunden.

Viele neue Ecken haben wir entdeckt und viele weitere werden noch folgen, denn schon jetzt können wir sagen: Wir kommen wieder.

P.S. nicht zu vergessen, der Wind macht die Küsten und Fjorde Dänemarks zu einem tollen Surf-/Kiterevier!