Gänzlich ohne Gejammer…

… wir sind aktuell an der Jammerbugten, zu Deutsch die Jammerbucht.

Warum der Name?

Angeblich aufgrund zahlreicher Schiffskatastrophen die sich über die Zeit in dieser Bucht zugetragen haben.

Zu Jammern gibt es hier für uns definitiv überhaupt nichts. Im Gegenteil. Über 80 km erstrecken sich die wirklich schönen Sandstrände und machen die Region zum beliebtesten Badeplatz an der Nordsee Dänemarks. Da reihen auch wir uns gerne ein.

Ein wirklich toller Campingplatz direkt am Meer (Lökken Strand Camping – einer der schönsten Plätze bisher in Dänemark! Leer, keine Dauer-Camper etc.), ein riesiger Strand mit Steilklippen, der Ort (Lökken) fußläufig über den Strand zu erreichen.

Lökken selbst ist klein, aber mit einer schönen, verwinkelten Fußgängerzone. Unzählige Cafes und Geschäfte, sogar eine Bonbonmacherei bei der man mal zuschauen und naschen kann.

Das einzig nervige: der Wind! Zum Kiten ist er sehr zuträglich, wenn man ehrlich ist nahezu perfekt (einige Schirme sind auf dem Wasser, aber uns ist es noch zu kalt – Weicheier wir!). Aber wenn einem mal nicht nach Kiten ist, dann wackeln die Böen das Womo im Sekundentakt ordentlich durch.  Westwind ist hier wohl keine Seltenheit. Ja, so könnte man dann doch jammern, wenn man wollte! 😉

Wer einen Webergrill Smokey Joe sucht, hier gibt es die Dinger für unter 40,- EUR. In Deutschland wird üblicherweise 80,- EUR verlangt… wir hatten unseren bereits in D gekauft… Im übrigen kann ich nur wieder feststellen, dass ein Rundgrill einfach unschlagbar ist, zu mindest für uns.

The Fog…

… Nebel des Grauens.

An der Ostküste, genauer gesagt in der Gegend Djursland oberhalb von Arhus, wurden wir Zeuge eines wohl seltenen Naturphänomens.

Wir steuerten gerade einen Campingplatz in der Nähe von Ebeltoft an (freies Stehen ist in DK eher schwierig, zu mindest am Meer), und innerhalb von wenigen Kilometern verwandelt sich der sonnige, wolkenlose Himmel in dichten Nebel.

Grau, dicht, bis auf den Boden. Nein, kein Waldbrand, keine 1000 m Höhenlage – einfach Nebel. Und zwar so stark dass man plötzlich keine 50m weit gucken kann.

Der ausgewählte Camping – komplett im Nebel eingehüllt. Oli kommen Assoziationen von dem Horrorschocker „The Fog – Nebel des Grauens“. Unglaublich. Unheimlich. Noch nie so was gesehen.

Wir versuchen, dem Nebel zu entkommen und fahren bis Fjellerup. Hier ist der Nebel nur noch sanft über dem Meer zu sehen. Zum Abend ist er komplett verflogen.

Der Herr an der Campingplatz-Rezeption erklärt uns am nächsten Tag, dass es etwas mit der Kälte und Aufwärmung des Meeres im Frühjahr zu tun habe. Kommt angeblich nur 1 – 2 x im Jahr vor.

Der Fjellerup Camping ist übrigens ein (fast) reiner Dauercamper-Platz (wie die meisten Plätze in dieser Gegend), was dazu führt, dass man sich immer latent beobachtet fühlt. Dafür liegt dieser Platz ganz ansehnlich an der schönen Ostsee. Und diese ist deutlich wärmer als die Nordsee im Westen.

ps: vor lauter Überraschung haben wir den Nebel völlig vergessen abzulichten…

Trubel statt Totenstille?

Dänemark besticht durch seine Ruhe. Unendliche Ruhe. In manchen Orte sieht man nicht mal einen Menschen auf der Straße. Geht das auch anders?

Klar. Århus steht an. Mit ca. 300.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Dänemarks.

Wird uns hier das Großstadtmolloch-Monster wieder einholen?

Nein, denn Dänemark weiß wie es geht. Keine Hochhaus-Landschaft im Umkreis der Stadt, keine Abgas- oder Lärmwolke. Stattdessen eine moderne, saubere und angenehme Großstadt (groß zumindest für dänische Verhältnisse). Die Menschen: vorwiegend jung und stilbewusst. Die lange Einkaufsstraße zieht sich durch die Stadt. Sowohl die internationalen Standard-Läden wie auch Szene-Viertel mit netten Bars und Cafes. Man fühlt sich irgendwie sofort wohl.

Ein wenig Kultur darf es an diesem Tag wieder mal sein: „Den Gamle By“ heißt das Freilichtmuseum, was total unvermittelt quasi mitten in der Stadt steht. Seit 1914 kann man hier auf einer eingezäunten Fläche 80 historische Häuser bestaunen, das älteste aus dem 17. Jahrhundert (sie wurden aus verschiedenen Regionen hier her verpflanzt). Es wurde so ein gesamtes Dorf „nachgebaut“ mit allem was dazugehört. Schön gemacht: in jedes Haus kann man hinein gehen, die alten Einrichtungen und Werkzeuge anschauen, wie z.b. die des Schuhmachers, des Schneiders oder des Schreiners. Dank vieler Originalgeräusche (z.B. in der Schreinerei) sehr gut nachvollziehbar, das Leben von damals. Natürlich laufen die „Mitarbeiter“ in original getreuer Kleidung umher, und manche Läden werden heute wie damals betrieben (beim Bäcker kann man Brot und Teilchen kaufen).

Arhus – eine lohnenswerte Stadt Dänemarks!