Menschen die in Höhlen wohnen – Guadix

Auf dem Weg nach Granada lohnt ein Abstecher nach Guadix. Immerhin 6.000 der 20.000 Einwohner von Guadix leben in der Berggegend, in den sog. „las cuevas“ oder Höhlenwohnungen. Nur die weiße „Front“ des Hauses erinnert an eine „normale“ Wohnung, der Rest ist unter Hügeln und Berghängen begraben. Lediglich die kleinen weißen Schornsteine machen deutlich, wo überall unter den Hügeln Wohnung zu finden sind. Einige Wohnungen sind (gegen ein kleines Trinkgeld) zu besichtigen. Ziemlich dunkel dort drinnen, so ohne Fenster, aber dennoch nett eingerichtet. Laut der spanisch sprechenden Bewohnerin haben die Wohnungen aufgrund der Bauweise eine konstante Temperatur, egal ob Sommer oder Winter. Erstaunlich.

Der Weg ist etwas trickreich: in Guadix folgt man den Schildern „las cuevas“ die leider nicht immer ganz eindeutig sind. Es geht durch größere und kleinere Straßen den Berg hinauf. Oben angekommen gibt es leider keinen wirklich großen Parkplatz (wo parken eigentlich die ganzen Touribusse in der Hochsaison?), stattdessen stellt man sich auf den Parkplatz hinter der Kirche.

Costa del Almeria – oder laut Volksmund „Costa del Plastico“

Fährt man von der Ostküste kommend nach Andalusien, wird einem schnell und unverblümt klar, wo das in Deutschland angebotene Obst und Gemüse wächst. Kilometer um Kilometer Felder aus Gewächshäusern, so weit das Auge reicht. Nicht umsonst wird die Gegend auch Costa del Plastico genannt. Da gibt’s nur eins: schnell weiter.

Bevor wir uns auf die „Bergetappe“ Richtung Granada begeben, bleiben wir an der Küste, hinter Almeria, auf einem kleinen Campingplatz (La Garrofa). Dieser liegt zwar direkt an der Hauptverkehrsstraße nach Almeria, dafür aber direkt am Meer und sehr originell unter einem Viadukt. 19 EUR ohne Strom & W-Lan ist kein Schnäpperken, aber für eine Nacht in Ordnung. Der Typ an der Rezeption ist entweder Schotte oder Ire, sein Englisch kaum zu verstehen. Ein sehr lustiger Zeitgenosse. Mit dem könnt man sicher noch abends an der Bar versacken…

Cabo de Gata – Einsamkeit lässt grüßen

Unser erstes Ziel in Andalusien ist die Gegend um Cabo de Gata, im äußersten Osten. Ein Naturpark der Ruhe und Entspannung verspricht. Die Gegend ist in der Tat ruhig, die Hügel und Berge karg. Die kleinen Fischerorte wirken klein, beschaulich, die weißen Häuser teilweise verlassen. Die Steigungen werden extremer, mit Mühe und Not zwingen wir unser Womo die teilweise recht ordentlichen Steigungen hinauf. Nach einiger Kurbelei kommen wir an den erhofften Stellplätzen an. Doch dicke Womo-Verbotsschilder belehren uns eines besseren. Stehen oder nicht stehen? Wir entschließen, dass es doch zu dreist ist, sich quasi direkt unter die Schilder zu stellen, zudem liegen die Stellplätze ziemlich einsam. So suchen wir dann doch den Campingplatz auf. Camping Las Negras soll auch für große Womos sein, doch nach einer Runde über den Platz gibt es defacto keinen einzigen Platz in den wir hinein passen (entweder zu kurz oder mit Mattendächern). Also alle Berge wieder zurück und weiter…

80, 50, Langeweile ausgeschlossen…

…80 Bücher, davon alleine 60 „Reiseführer“ sowie 50 DVD`s, hiervon ca.  25 Reise-DVD’s (auch für den zweiten Teil unserer Reise via Flieger) begleiten uns.

Langeweile dürfte also keine aufkommen… 😉

Hinsichtlich Reiseführer in gedruckter Form:

Hier haben wir vor allem beim ADAC Verlag zugeschlagen, da gut und günstig (ca. 6,50Euro/Buch), außerdem bei dem von mir (O.) eigentlich völlig ungeliebten WoMo-Verlag (ca. 14 – 17 Euro/Buch) sowie bei Spezialthemen wie bspw. Marokko beim Verlag Edith Kohlbach (ca. 25 Euro/Buch).

Hinsichtlich Reise-DVDs:

Die unter dem Label „Golden Globe“ vertriebenen DVDs sind zwar mit ca. 30 Euro/Stk. recht teuer, gehören aber in aller Regel zu den lohnenden neben all dem sonst angebotenen Schrott.

Gesamtkosten:

geschätzt 4stellig.

Gesamtgewicht:

ca. 40 Kilo.

Na, alles lässt sich schätzungsweise mit max. 30% Verlust wieder verkaufen. In sofern hält sich die Investition in Grenzen.

Ob wir es wieder so machen würden?

Das wissen wir am Ende unseres Trips…

In jedem Falle dürfte der potentiellen Langeweile so Einhalt geboten sein 😉

Die richtigen Schuhe, ein Unterschied wie Tag und Nacht…

… ich (O.) liebe Turnschuhe.

Die Dinger sind schlicht bequem, robust und können auch ganz prima aussehen. Ergo laufe und erlaufe ich in der Regel alles mit Turnschuhen.

Für unseren Trip habe ich mir (ausnahmsweise) mal „feste Schuhe“ gekauft (manch einer würde wohl Wanderschuhe sagen). Isabell hat auch gleich zugeschlagen.

Aus modischer Sicht standen wir diesen Dingern eher skeptisch gegenüber.

Aber die Funktionalität ist schlicht begeisternd und überwiegt jegliche Skepsis.

Diese Schuhe sind super bequem, geben hervorragenden Halt und, das Beste, bügeln einfach alle Unebenheiten komplett weg. Ein großartiges Laufgefühl!

Auch für nicht Wanderer (wir sind auch keine) unbedingt empfehlenswert.

Das Erklimmen der Alhambra beispielsweise (Bericht folgt) wurde so abseits der geteerten Straße zum Kinderspiel. Kosten: ca. 150 – 200 Euro und jeden Cent wert.

Ich komme übrigens drauf, da ich heute wieder mal sehr viele Menschen mit Turnschuhe auf eher schlechten Wegen gesehen habe.

Wir kennen jetzt den Unterschied und schätzen ihn sehr. 😉

(Tiefkühl-)Pizza ohne Backofen…

… für diejenigen die keinen Backofen im WoMo haben und dennoch Tiefkühlpizza wollen, hier nun, nach unzähligen Versuchen, eine bestens funktionierende Methode:

1. Pizza auftauen.

2. Backpapier in einen Topf legen.

3. Pizza drauf legen.

4. Deckel auf den Topf.

5. Gasherd auf kleinster Flamme laufen lassen.

6. Ca 10-15 Minuten warten.

7. Fertig.

Guten Appetit.

Welche Pizza sich hierbei am besten eignet muss ausprobiert werden.

Wir hatten sowohl die Kategorien „Klasse“ bis „OK“, aber niemals „sche…“, wobei „frische“ im Zweifel der tiefgekühlten vorzuziehen ist.

Viel Spass beim Testen 😉

La Manga (mar Menor), eine eigene Welt…

…genauer gesagt “Caravaning La Manga“.

(21Euro/Nacht für ein 8-m-WoMo inkl. Strom; W-Lan kostet extra z.B. 3 Stunden für unglaubliche 5,50 Euro, zudem langsame Verbindung).

Caravaning La Manga ist ein so genannter „Megaplatz“. 1000+ Plätze. Und ja, der ist verdammt „mega“…

Nicht nur die „Standards“ wie Tennis, Squash, Pool, Internetcafe und etliche Animationsprogramme – nein, sogar eine eigene Kirche! So stellt man sich die ultimative Camperstadt vor!

Und: Wo der Absatz der spritfressenden Ami-10-Meter-Monster-WoMo’s und -Trailer hingeht weiß ich jetzt. Die Briten kaufen diese Teile auf um sie ein einziges Mal zu bewegen, nach La Manga… Selten so viele diese Ungetüme in Reih und Glied gesehen. Und dann noch zweckentfremdet … Ne Hütte bauen wäre sicher billiger und im Zweifel nicht schlechter gewesen.

Apropos Hütten: … naja…

Diese „Hütten“ säumen in weiten Teilen die ca. 500 Meter (!) lange Straße zum Strand und vielfach auch drum herum…Das Gefühl einer Kleingartenanlage in Bochum-Wattenscheid kommt auf. Auch die dazugehörige Spießigkeit. Wobei der gesamte Platz diese ausstrahlt…

Ich kann durchaus die Vorzüge der organisierten Unterhaltung für die, mit Verlaub, „ältere Generation“ erkennen. Gemeinschaftlicher Frühsport am Morgen und Bingo am Abend kann was haben… Aber jeden Tag, „für immer“, in dieser künstlichen Camperstadt und nicht gerade schönen Umgebung (den Hochhäusern sei Dank)?

Nun, jedem das Seine…

La Manga, eine sehr eigene Welt. Und mit Sicherheit nicht unsere…

Ach ja: Mar Menor ist mit einem Umfang von 73 Kilometer das größte salzhaltige Binnengewässer Europas. Mit einem Salzanteil von 50 % (der höchste Wert Europas!) werden dem Wasser heilende therapeutische Wirkungen zugesprochen. Immerhin etwas… und auch gleich „ausprobiert“ 😉

Benidorm, zwischen Faszination und Entsetzen.

… auf dem Weg in den Süden war Benidorm ein MUSS. Diese Planungssünde aus den 60er Jahren wollten wir uns zumindest mal ansehen. Gemessen an der Einwohnerzahl hat Benidorm die größte Hochhausdichte der Welt, womit selbst Manhatten das Nachsehen hat.

Der Plan war, einen Campingplatz für eine Nacht aufsuchen und durch Benidorm zu streifen. Aber es kam anders… Nähert man sich über die Autobahn kann man die Beton-Silhouette schon von Weitem sehen. Abstoßend und eindrucksvoll zugleich.

Einmal in diesem unwirklichen Ort angekommen und durch den Hochhausdschungel gerollt bleibt von der Faszination nicht mehr viel übrig und blankes Entsetzen gewinnt die Oberhand. Ein Hochhaus jagt das nächste. Sonne scheint in diesem Ort schon lange nicht mehr, viel zu dicht stehen die 20-stöckigen Häuser aneinander.

Hier will man seine Ferien verbringen…

So eine Stadt zu bauen ist eines, aber, liebe Leute, wer hat euch gezwungen hier zu wohnen oder gar euren Urlaub hier zu verbringen in Mitten dieses Betonwaldes? Es gibt so viele schöne und günstige Ziele, auch mit dem offenbar so heiß geliebten heimischen Essen, dem Bier und der Bild-Zeitung.

Immer noch auf eine Antwort suchend stehen wir auch schon auf der Straße zum Campingplatzes Camping Armanello (liegt ca. 1 km vom Kern).  Der idyllisch gelegen Platz zwischen Bundesstraße, Industriegebiet und Schuttabladeplätzen bringt die Laune nunmehr auf den Tiefpunkt. Ich kann mich nicht überwinden auch nur einen Meter näher an die Einfahrt des Platzes zu fahren.

Und, ich glaube es war ein Zeichen, steht nun auch noch mitten auf der Straße quasi wie angenagelt eine „Camper-Frau“ und glotzt uns regungslos an. Dieser „Oh ein Neuer, endlich passiert hier mal was“ Blick sagt mir alles, und das ist: Navi an, „La Manga“ eingetippt (ein weiterer „MUSS-Stop“ auf dem Weg in den Süden) und ab durch die Mitte, den kürzesten Weg zur und über die Autobahn genommen.

La Manga, wir kommen…

Orangen, Orangen, Orangen – Valencia wartet!

Eigentlich war es nicht eines unserer Topziele, aber wie so häufig erweisen sich diese Ziele als Volltreffer. So war es in Valencia. Wir quartieren uns ca. 35km vor der Stadt (nähe Sagunto) ein. Der Platz (Camping Malvarrosa, 11 Euro/Nacht exkl. Strom, kein Wlan) ist nicht nur von Dauercampern geprägt, die Hälfte dieser scheint hier ihren festen Wohnsitz zu haben. Naja, wir bleiben nur eine Nacht und finden noch einen schönen Platz in erster Meerlage.

Valencia ist eine wirklich traumhafte Stadt. Viele der alten Gebäude wurden aufwändig restauriert, und so erstrahlt die Stadt in nahezu vollem Glanze. Alles ist deutlich ruhiger, kleiner als in Barcelona, fast schon beschaulich. Die kleinen Tapasbars an den Plätzen sind gut gefüllt. Ein wirklich lohnenswerter Ausflug. Sicher auch für ein paar Tage.

Einmal richtig deutsches Essen bitte!

Nein, es ist nicht unsere Art. Aber einmal zum Spätzle Fritz wollten wir dann doch! Auf Höhe Vinaros geht es ein paar Kilometer ins Landesinnere und schon stehen wir inmitten unzähliger „Überwinterer“, meist Deutsche, auf ihrem Weg in den Süden. Wieder mal sind wir Exoten da weit unter dem Altersdurchschnitt. Wer beim Spätzle Fritz einkehrt, darf kostenlos auf dem Stellplatz übernachten. So gibt es eine ordentlich Portion Spätzle und Kohlrouladen mit Rotkohl. Wir schwören, das ist eine Ausnahme. Ab jetzt gibt es landestypische Spezialitäten. Inmitten der riesigen Orangenplantagen schlafen wir mit vollen Bäuchen ein.